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  • Andreas Gassen: Scharfe Kritik & Kernforderungen 2026 für das Gesundheitssystem

    Andreas Gassen: Scharfe Kritik & Kernforderungen 2026 für das Gesundheitssystem

    Am 23. Februar 2026 steht Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), erneut im Zentrum der deutschen Gesundheitspolitik. Mit klaren Worten und unmissverständlichen Forderungen mischt sich Andreas Gassen in die hitzige Debatte um die Finanzierung und Struktur des Gesundheitssystems ein. Seine jüngsten Äußerungen zur Abschaffung freiwilliger Kassenleistungen und die Verteidigung der ambulanten Versorgung prägen die Diskussion maßgeblich und zeigen die dringende Notwendigkeit umfassender Reformen auf.

    Lesezeit: ca. 10 Minuten

    Dr. Andreas Gassen, als prominente Stimme der niedergelassenen Ärzteschaft, hat sich am 23. Februar 2026 energisch gegen geplante Einsparungen in der ambulanten Versorgung ausgesprochen und die komplette Streichung freiwilliger Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen gefordert. Er argumentiert, dass solche „Nice to have“-Angebote marketinggetrieben sind und das Gesundheitssystem jährlich bis zu einer Milliarde Euro kosten, während Kernleistungen unterfinanziert bleiben.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Andreas Gassen fordert die komplette Abschaffung freiwilliger Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
    • Er kritisiert vehement Überlegungen zu Einsparungen in der ambulanten Versorgung als „realitätsfremd“.
    • Durch die Streichung von „Nice to have“-Leistungen sieht er ein Einsparpotenzial von fast einer Milliarde Euro jährlich.
    • Gassen wirft Krankenkassen vor, hohe Summen für werbewirksame Angebote zu zahlen, während sie Ärztehonorare kürzen wollen.
    • Er plädiert für eine deutliche Stärkung der Praxen und einen Inflationsausgleich für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten.
    • Die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen soll vollständig aus Steuermitteln erfolgen.

    Wer ist Andreas Gassen?

    Dr. Andreas Gassen ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Interessenvertretung der rund 170.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland. Als solcher ist Andreas Gassen eine zentrale Figur im deutschen Gesundheitswesen und prägt maßgeblich die Debatten um die ambulante Versorgung, Honorarfragen und die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Seine Expertise und seine oft pointierten Stellungnahmen machen ihn zu einem wichtigen Akteur, dessen Positionen weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheitspolitik haben.

    Die aktuelle Debatte: Sparmaßnahmen und ambulante Versorgung

    Die deutsche Gesundheitslandschaft steht vor großen Herausforderungen. Steigende Kosten, demografischer Wandel und ein zunehmender Behandlungsbedarf belasten die gesetzlichen Krankenkassen. In dieser Situation hat Andreas Gassen am 23.02.2026 erneut scharf gegen Überlegungen zu Einsparungen in der ambulanten Versorgung protestiert. Er bezeichnete solche Pläne als „realitätsfremd“, da der ambulante Bereich in den letzten Jahren kaum zu den erheblichen Kostensteigerungen beigetragen habe.

    Gassen betont, dass der Großteil der medizinischen Leistungen kosteneffizient in den Arztpraxen erbracht wird. Eine Schwächung dieses Sektors würde die Versorgungssituation für Patienten dramatisch verschlechtern. Er verweist auf die bereits heute erreichten Kapazitätsgrenzen vieler Praxen und den stetig steigenden Behandlungsbedarf, bedingt durch eine alternde Gesellschaft und eine Zunahme chronisch Kranker. Pauschale Sparvorgaben seien daher ungeeignet, die Versorgung zu verbessern. Vielmehr würden sie zu längeren Wartezeiten und einer Reduzierung des Leistungsangebots führen, insbesondere wenn die extrabudgetäre Vergütung gekürzt werde.

    Kontroverse um „Nice to have“-Leistungen: Homöopathie & Co.

    Einen besonders brisanten Vorschlag brachte Andreas Gassen in die Debatte ein: die komplette Streichung der freiwilligen Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. „Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind ‚Nice to have‘-Leistungen als Erstes zu streichen“, sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Zu diesen Leistungen zählen umstrittene Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Anthroposophie oder Phytotherapie, aber auch Zuschüsse zu Gesundheitskursen, professionelle Zahnreinigungen oder der Kauf von Fitnesstrackern. Gassen beziffert das mögliche Einsparpotenzial durch die Abschaffung dieser Angebote auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr. Er kritisiert, dass Krankenkassen diese oft marketingwirksamen Leistungen bezahlen, während sie gleichzeitig die Honorare der Ärzte kürzen wollen. Dies sei eine absurde Situation, die zulasten der soliden medizinischen Versorgung gehe.

    Wie bereits in unserem Artikel über das Streichen von Kassenleistungen berichtet, ist diese Debatte nicht neu und gewinnt angesichts der angespannten Finanzlage der GKV immer mehr an Fahrt.

    Vorschläge zur GKV-Finanzierung: Praxisgebühr und Steuern

    Bereits Ende 2025 schlug Andreas Gassen weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen vor. Dazu gehörte die Wiedereinführung einer „Kontaktgebühr“ von drei bis vier Euro pro Arztbesuch, ähnlich dem Modell in Japan. Diese Gebühr sollte von den Krankenkassen eingezogen werden, um den bürokratischen Aufwand für die Praxen gering zu halten. Zudem plädierte er für eine Erhöhung der Steuern auf Tabak und Alkohol sowie die Einführung einer Zuckersteuer für Getränke, um Einnahmen gezielt zu erhöhen und präventive Effekte zu erzielen.

    Ein weiterer wichtiger Punkt in Gassens Forderungen ist die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln. Er weist darauf hin, dass die Deckungslücke durch fehlende Bundesmittel bei diesen Leistungen bis zu 45 Milliarden Euro umfassen kann – eine Summe, die nahezu der gesamten vertragsärztlichen Versorgung entspricht. Dies sei ein strukturelles Problem, das die GKV dauerhaft belaste und bei der Bewertung der Finanzlage berücksichtigt werden müsse.

    Die Rolle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, unter der Führung von Andreas Gassen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung in Deutschland. Sie verhandelt mit dem GKV-Spitzenverband über die Gesamtvergütung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten und setzt sich für faire Rahmenbedingungen ein. Die KBV betont immer wieder die Bedeutung der wohnortnahen, inhabergeführten Praxen als tragende Säule des Gesundheitssystems. Ihre Kampagne „#Praxenland“ unterstreicht diesen Anspruch.

    Die KBV kritisiert auch die geringe Wertschätzung der ambulanten Versorgung im Vergleich zum stationären Sektor. Gassen fordert, dass die Tarifsteigerungen für Klinikärzte auch in die Festlegung des Orientierungswertes für die niedergelassenen Ärzte einfließen müssen, um reale Einkommensverluste auszugleichen und die Praxen als Arbeitgeber attraktiv zu halten. Eine Stärkung der Praxen sei unerlässlich, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung langfristig zu gewährleisten.

    Ausblick: Was bedeuten Gassens Forderungen für Patienten und Ärzte?

    Die Forderungen von Andreas Gassen sind ein klares Signal an die Politik und die Krankenkassen. Sie zielen darauf ab, das deutsche Gesundheitssystem effizienter und gerechter zu gestalten, indem unnötige Ausgaben gestrichen und die Kernleistungen gestärkt werden. Für Patienten könnten die Abschaffung freiwilliger Leistungen einerseits zu weniger „Extras“ führen, andererseits aber die finanzielle Basis für die notwendige Grundversorgung festigen. Die Diskussion um eine mögliche Praxisgebühr zeigt, wie tiefgreifend die Reformvorschläge sein könnten und wie sie die direkte finanzielle Beteiligung der Patienten beeinflussen würden.

    Für Ärzte bedeuten Gassens Forderungen eine Fortsetzung des Kampfes um faire Honorare und eine angemessene Wertschätzung ihrer Arbeit. Die Sicherstellung einer auskömmlichen Finanzierung und die Reduzierung bürokratischer Hürden sind entscheidend, um die Attraktivität des Berufs und die Qualität der Versorgung aufrechtzuerhalten. Die Debatte um den Sozialstaat und seine Finanzierung, wie sie auch in unserem Artikel über die Sozialstaat Debatte beleuchtet wird, zeigt die Komplexität dieser Herausforderungen.

    Video-Embed Empfehlung

    Wir empfehlen die Einbindung eines aktuellen Videos der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) oder eines Nachrichtenbeitrags, der die Positionen von Andreas Gassen zur Gesundheitspolitik beleuchtet. Suchen Sie auf YouTube nach „Andreas Gassen KBV Statement Gesundheitspolitik 2026“.

    Tabelle: Zentrale Forderungen von Andreas Gassen (Stand: 23.02.2026)

    Forderung Begründung Potenzielles Einsparpotenzial / Effekt
    Abschaffung freiwilliger Satzungsleistungen (z.B. Homöopathie, Fitnesstracker) „Nice to have“-Angebote dienen Marketingzwecken; Geld wird im Kernbereich benötigt. Ca. 1 Milliarde Euro pro Jahr
    Keine Einsparungen in der ambulanten Versorgung Ambulanter Bereich kein Kostentreiber; steigender Behandlungsbedarf; Praxen am Limit. Sicherstellung der wohnortnahen Patientenversorgung
    Vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln Strukturelle Belastung der GKV durch Leistungen, die nicht zur Kernaufgabe gehören. Bis zu 45 Milliarden Euro Deckungslücke schließbar
    Inflationsausgleich für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten Reale Einkommensverluste; Konkurrenzfähigkeit gegenüber Klinikgehältern. Stärkung der Praxen und Attraktivität des Berufs
    Einführung einer „Kontaktgebühr“ für Arztbesuche (3-4 Euro) Erhöhung der Einnahmebasis der Krankenkassen; sozialverträglich gestalten. Zusätzliche Einnahmen für die GKV
    Erhöhung von Tabak- und Alkoholsteuern, Einführung einer Zuckersteuer Gezielte Einnahmesteigerung; präventive Effekte. Zusätzliche Einnahmen für die GKV

    Häufig gestellte Fragen zu Andreas Gassen und dem Gesundheitssystem

    Wer ist Andreas Gassen und welche Rolle spielt er im deutschen Gesundheitssystem?

    Andreas Gassen ist der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er vertritt die Interessen der rund 170.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland und ist eine prägende Stimme in der Gesundheitspolitik, insbesondere bei Themen der ambulanten Versorgung und deren Finanzierung.

    Warum fordert Andreas Gassen die Abschaffung freiwilliger Kassenleistungen?

    Andreas Gassen fordert die Abschaffung freiwilliger Leistungen, weil er sie als „Nice to have“-Angebote bezeichnet, die primär Marketingzwecken der Krankenkassen dienen und jährlich bis zu einer Milliarde Euro kosten. Er argumentiert, dass dieses Geld im Kernbereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besser eingesetzt werden sollte, um die medizinische Grundversorgung zu sichern.

    Welche Einsparungen verspricht sich die KBV durch die Streichung der Satzungsleistungen?

    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schätzt das Einsparpotenzial durch die komplette Abschaffung der freiwilligen Satzungsleistungen auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr. Diese Mittel könnten dann zur Stabilisierung der GKV-Finanzen oder zur Stärkung der ambulanten Versorgung verwendet werden.

    Kritisiert Andreas Gassen auch die ambulante Versorgung?

    Nein, Andreas Gassen kritisiert nicht die ambulante Versorgung selbst, sondern verteidigt sie vehement gegen Sparpläne. Er betont, dass der ambulante Bereich eine kosteneffiziente und tragende Säule der medizinischen Versorgung ist und Einsparungen dort realitätsfremd wären. Er fordert vielmehr eine Stärkung der Praxen.

    Welche weiteren Finanzierungsvorschläge hat Andreas Gassen gemacht?

    Neben der Streichung freiwilliger Leistungen hat Andreas Gassen die Einführung einer „Kontaktgebühr“ von 3-4 Euro pro Arztbesuch vorgeschlagen. Zudem plädiert er für eine Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuern sowie eine Zuckersteuer, um zusätzliche Einnahmen für die GKV zu generieren und versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren.

    Fazit

    Andreas Gassen bleibt auch im Februar 2026 eine der prominentesten und streitbarsten Stimmen im deutschen Gesundheitssystem. Seine klaren Forderungen nach einer Abkehr von „Nice to have“-Leistungen zugunsten einer gestärkten ambulanten Versorgung und einer soliden Finanzierung der GKV markieren zentrale Punkte in der aktuellen Gesundheitspolitik. Die Debatte um die Zukunft der medizinischen Versorgung in Deutschland wird maßgeblich von seinen Beiträgen geprägt sein, und es bleibt abzuwarten, welche seiner Vorschläge letztlich umgesetzt werden, um die Herausforderungen des Systems zu meistern und eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

  • E-Patientenakte Nachbesserungen: Ärzte fordern dringende Reformen!

    E-Patientenakte Nachbesserungen: Ärzte fordern dringende Reformen!

    Die im Januar 2025 flächendeckend eingeführte elektronische Patientenakte (ePA) steht am 18. Februar 2026 massiv in der Kritik. Besonders der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband fordert E-Patientenakte Nachbesserungen, um die digitale Akte endlich praxistauglich zu machen und ihr volles Potenzial zu entfalten.

    Ein Jahr nach ihrer Einführung zieht die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland eine ernüchternde Bilanz. Ärzte beklagen, dass die digitale Akte in ihrer aktuellen Form kaum nutzbar sei und fordern dringend weitreichende Nachbesserungen. Verbraucherschützer schließen sich der Kritik an, während die geringe Akzeptanz bei Patienten die Umsetzung zusätzlich erschwert.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die elektronische Patientenakte (ePA) wurde Anfang 2025 flächendeckend in Deutschland eingeführt.
    • Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, bezeichnet die ePA als «unsortierte PDF-Sammlung».
    • Es fehlen essenzielle Funktionen wie eine Volltextsuche und eine klare Dokumentenstruktur.
    • Der Registrierungsprozess für Patienten ist «absurd kompliziert», was zu einer sehr geringen Nutzung führt.
    • Nur etwa 4 Millionen der 74 Millionen gesetzlich Versicherten nutzen die ePA aktiv.
    • Massive Störungen und Ausfälle der Telematik-Infrastruktur belasten Arztpraxen zusätzlich.
    • Verbraucherschützer ziehen ebenfalls eine kritische Bilanz und berichten von «überwiegender Unzufriedenheit».

    Lesezeit: ca. 8 Minuten

    Die aktuelle Lage der E-Patientenakte in Deutschland: Eine Bestandsaufnahme

    Die Vision war klar: Eine zentrale, digitale Sammlung aller relevanten Gesundheitsdaten, die den Austausch zwischen Ärzten, Apotheken und Patienten revolutioniert. Mit der flächendeckenden Einführung der ePA Anfang 2025 sollte dieser Traum in Deutschland Realität werden. Seit dem 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken sogar verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte in die ePA einzustellen. Doch ein Jahr später zeigt sich ein ernüchterndes Bild, das dringende E-Patientenakte Nachbesserungen erfordert. Markus Beier, der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, äußerte sich in Zeitungen der Funke-Mediengruppe kritisch und betonte, dass die ePA in ihrer aktuellen Form «nur eingeschränkt praxistauglich» sei.

    Warum die E-Patientenakte als «unsortierte PDF-Sammlung» scheitert

    Die zentrale Kritik am aktuellen Zustand der ePA ist ihre mangelnde Struktur und Funktionalität. «Derzeit ist die ePA vor allem eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können», so Beier. Dies bedeutet, dass Ärzte mühsam unzählige Dokumente durchforsten müssen, um relevante Informationen zu finden. Eine essenzielle Volltextsuche, die in modernen digitalen Systemen Standard sein sollte, fehlt nach wie vor. Dies bremst den Arbeitsfluss erheblich und führt zu Frustration in den Praxen.

    Praktische Herausforderungen für Arztpraxen

    Die fehlende Praxistauglichkeit der ePA führt zu mehreren Problemen im medizinischen Alltag:

    • Zeitaufwand: Ärzte und medizinisches Personal verbringen unnötig viel Zeit mit der manuellen Durchsicht von Dokumenten, anstatt sich auf die Patientenversorgung konzentrieren zu können.
    • Informationsverlust: Ohne eine effiziente Suchfunktion besteht die Gefahr, wichtige Informationen zu übersehen, was die Behandlungsqualität beeinträchtigen kann.
    • Integrationsprobleme: Die ePA ist oft nicht nahtlos in bestehende Praxisverwaltungssysteme integriert, was zusätzliche manuelle Schritte erfordert.
    • Störungen: Die zugrunde liegende Telematik-Infrastruktur, das Netzwerk, auf dem die ePA läuft, ist immer wieder von «massiven Störungen und Ausfällen» betroffen, was den Frust in den Praxen weiter erhöht. Erst am 12. Februar 2026 meldete die Gematik einen «Totalausfall» der Gesundheits-ID für Barmer- und AOK-Versicherte, der auch die ePA betraf.

    Was fordern Ärzte und Verbraucherschützer für E-Patientenakte Nachbesserungen?

    Die Forderungen nach E-Patientenakte Nachbesserungen sind vielfältig und zielen darauf ab, die ePA zu einem tatsächlich nützlichen Werkzeug zu machen:

    • Volltextsuche: Eine der dringendsten Anforderungen ist die Implementierung einer leistungsfähigen Volltextsuche, die ein schnelles Auffinden spezifischer Informationen ermöglicht. Eine solche Funktion ist laut ABDA frühestens mit dem ePA Release 3.1.2 (voraussichtlich März 2026) geplant.
    • Strukturierung: Eine klare Ordnerstruktur und Kategorisierung von Dokumenten würde die Übersichtlichkeit erheblich verbessern.
    • Benutzerfreundlichkeit: Der «absurd komplizierte Registrierungsprozess» für Patienten muss vereinfacht werden, um die Akzeptanz und aktive Nutzung zu erhöhen. Aktuell nutzen nur rund 4 Millionen der 74 Millionen gesetzlich Versicherten die ePA aktiv, und viele wissen nicht einmal, dass sie eine besitzen.
    • Stabilität der Telematik-Infrastruktur: Die technische Zuverlässigkeit des Netzwerks muss gewährleistet sein, um Ausfälle und Unterbrechungen im Praxisalltag zu vermeiden.

    Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zieht eine kritische Bilanz und berichtet von «überwiegender Unzufriedenheit» der Patienten mit der ePA, insbesondere wegen ihrer Umständlichkeit und der Schwierigkeiten für ältere Menschen bei der Einrichtung. Ähnlich wie bei den Forderungen nach umfassenden Reformen in der Wirtschaft, sehen Ärzte hier dringenden Handlungsbedarf, um die digitale Transformation im Gesundheitswesen erfolgreich zu gestalten.

    Der Blick ins Ausland: Erfolgsmodelle für die E-Patientenakte

    Markus Beier betont, dass die ePA in anderen Ländern bereits erfolgreich funktioniere, während sie in Deutschland an der konkreten Umsetzung scheitere. Dies legt nahe, dass Deutschland von internationalen Best Practices lernen und entsprechende E-Patientenakte Nachbesserungen vornehmen sollte, um nicht den Anschluss in der digitalen Gesundheitsversorgung zu verlieren.

    Die gematik, die Nationale Agentur für Digitale Medizin, die für die ePA zuständig ist, hebt auf ihrer Webseite die Vorteile der ePA hervor, wie die automatische Einrichtung für Versicherte und die passgenaue Behandlung durch gebündelte Gesundheitsdaten. Die Diskrepanz zwischen dieser Vision und der Realität in den Praxen zeigt den akuten Bedarf an Verbesserungen.

    Tabelle: Aktueller Zustand der ePA vs. Forderungen für E-Patientenakte Nachbesserungen

    Aspekt Aktueller Zustand (Anfang 2026) Forderungen für Nachbesserungen
    Dokumentenverwaltung Unsortierte PDF-Sammlung Strukturierte Ablage, klare Kategorisierung
    Suchfunktion Keine Volltextsuche Leistungsfähige Volltextsuche (geplant ab März 2026)
    Patienten-Zugang Komplizierter Registrierungsprozess Vereinfachter, intuitiver Zugang
    Nutzungsquote Sehr gering (ca. 4 Mio. von 74 Mio. Versicherten) Deutliche Steigerung der aktiven Nutzung
    Systemstabilität Massive Störungen der Telematik-Infrastruktur Hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
    Praxistauglichkeit Eingeschränkt praxistauglich Nahtlose Integration in Praxisabläufe

    Die Rolle der Gematik und politischer Wille bei den E-Patientenakte Nachbesserungen

    Die Gematik ist als Nationale Agentur für Digitale Medizin maßgeblich für die Entwicklung und den Betrieb der Telematik-Infrastruktur und damit der ePA verantwortlich. Die aktuellen Kritiken richten sich daher auch an die Umsetzungsstrategien und die Prioritäten, die bei der Entwicklung gesetzt wurden. Es bedarf eines starken politischen Willens und einer engen Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen, um die geforderten E-Patientenakte Nachbesserungen zügig und effektiv umzusetzen. Probleme bei der Einführung digitaler Systeme sind nicht neu und können weitreichende Folgen haben, wie auch der Artikel über die Störung der Deutschen Bahn App zeigt, wo technische Schwierigkeiten den Alltag von Millionen Menschen beeinträchtigen.

    Video-Empfehlung

    Um einen besseren Einblick in die Funktionsweise und die aktuellen Diskussionen rund um die ePA zu erhalten, empfehlen wir Ihnen, sich ein aktuelles YouTube-Video anzusehen, das die Perspektiven von Ärzten und Patienten beleuchtet.

    (Platzhalter für YouTube Video Embed)

    Fazit: Ohne E-Patientenakte Nachbesserungen droht das Scheitern

    Die elektronische Patientenakte hat zweifellos das Potenzial, die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verbessern und zu modernisieren. Doch die aktuelle kritische Bilanz der Hausärzte und Verbraucherschützer zeigt deutlich: Ohne umfassende E-Patientenakte Nachbesserungen wird dieses Potenzial ungenutzt bleiben. Die Forderungen nach einer besseren Struktur, einer Volltextsuche, einem vereinfachten Patientenzugang und einer stabilen technischen Infrastruktur sind berechtigt und dringend. Es ist nun an den Verantwortlichen, schnell zu handeln und die ePA zu dem effektiven und nutzerfreundlichen Werkzeug zu machen, das sie sein sollte, um die digitale Zukunft des deutschen Gesundheitswesens zu sichern.

    Externe Quellen:

    Autor-Box Info

    Dieser Artikel wurde von unserem erfahrenen Redaktionsteam verfasst, das sich auf die Analyse aktueller Entwicklungen im Gesundheitswesen und der Digitalisierung spezialisiert hat. Wir bieten Ihnen fundierte Informationen und kritische Einordnungen zu Themen, die Deutschland bewegen.