Wenige Wochen vor der Betriebsratswahl kommt es im Werk von US-Elektroautobauer Tesla in GrĂ¼nheide zu einem Eklat. Damit spitzt sich der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall zu.
Im Werk von US-Elektroautobauer Tesla in GrĂ¼nheide bei Berlin ist es bei der Betriebsratssitzung zu einem Polizeieinsatz gekommen. Werksleiter AndrĂ© Thierig warf einem Vertreter der IG Metall vor, er habe die Sitzung unbefugt aufgenommen. «Aus unbekannten GrĂ¼nden zeichnete er die interne Sitzung auf und wurde dabei ertappt», schrieb Thierig auf dem Portal X. Tesla habe die Polizei verständigt und Anzeige erstattet. Die IG Metall sprach von einer Schmutzkampagne und wies den Vorwurf zurĂ¼ck.
«Diese Behauptung ist eine ebenso dreiste wie kalkulierte LĂ¼ge», erklärte die Gruppe IG Metall – Tesla Workers GFBB im Tesla-Betriebsrat. Die Betriebsratsvorsitzende habe dem Gewerkschaftssekretär keine Möglichkeit gegeben, die VorwĂ¼rfe zu entkräften, sondern die Sitzung unterbrochen und Werkschutz und Polizei gerufen, die den Laptop beschlagnahmt habe. Mehrere Medien hatten zuvor darĂ¼ber berichtet.
Polizei nahm Strafanzeige auf
Die Polizei nahm am Dienstag nach eigenen Angaben eine Strafanzeige auf und stellte Beweismittel sicher. Mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) werde das weitere Vorgehen abgesprochen, sagte ein Polizeisprecher. «Wie die weiteren Schritte aussehen, mĂ¼ssen wir mit der Staatsanwaltschaft prĂ¼fen.» Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie um mögliche VerstĂ¶ĂŸe gegen Paragrafen des Betriebsverfassungsgesetzes. Details nannte der Sprecher nicht.
Im einzigen europäischen Tesla-Werk von Elon Musk in Brandenburg wird Anfang März ein neuer Betriebsrat gewählt. Zwischen Tesla und der IG Metall besteht schon länger ein Konflikt. Tesla lehnt die EinfĂ¼hrung eines Tarifvertrags ab.
GrĂ¼nheide im Ăœberblick
Quelle: Stern
