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  • Schaeffler Transformation: So will sich der Konzern Wandeln

    Schaeffler Transformation: So will sich der Konzern Wandeln

    Die Schaeffler Transformation: Der Automobilzulieferer Schaeffler plant, bis 2035 zehn Prozent seines Umsatzes mit neuen Geschäftsfeldern wie Robotik und Rüstung zu erzielen. Das Unternehmen reagiert damit auf die Herausforderungen der Automobilindustrie und setzt auf Diversifizierung für zukünftiges Wachstum.

    Symbolbild zum Thema Schaeffler Transformation
    Symbolbild: Schaeffler Transformation (Bild: Picsum)

    Zahlen & Fakten

    • Umsatzziel 2035: 3 Milliarden Euro aus neuen Geschäftsfeldern
    • Aktuelle Mitarbeiterzahl: 110.000 weltweit
    • Jahresumsatz: rund 24 Milliarden Euro
    • Aufträge für Roboter-Prototypen: über 28

    Schaeffler Transformation: Vom Autozulieferer zum Technologiekonzern

    Schaeffler, ein Unternehmen, das traditionell stark mit der Automobilindustrie verbunden ist, vollzieht einen strategischen Wandel. Der Konzern, der nach der Fusion mit dem Elektroantriebsspezialisten Vitesco zu einem der zehn größten Zulieferer weltweit aufgestiegen ist, will sich unabhängiger vom Automobilgeschäft machen. Wie Stern berichtet, plant Schaeffler, in Zukunft verstärkt auf Robotik, Verteidigungsindustrie und Raumfahrt zu setzen.

    Die Diversifizierung des Geschäftsmodells ist ein strategischer Schachzug, um das Risiko zu streuen und neue Wachstumschancen zu nutzen. Schaeffler setzt dabei auf Bereiche, in denen das Unternehmen seine Kernkompetenzen in der Präzisionsmechanik, Leistungselektronik und Materialwissenschaften einsetzen kann.

    📊 Zahlen & Fakten

    Schaeffler beschäftigt weltweit 110.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 24 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist in den Bereichen Automotive Technologies, Automotive Aftermarket und Industrial tätig.

    Warum vollzieht Schaeffler diese Transformation?

    Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Elektromobilität, autonomes Fahren und Konnektivität verändern die Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Traditionelle Zulieferer stehen vor der Herausforderung, sich an diese Veränderungen anzupassen und neue Kompetenzen aufzubauen. Der Verbrennungsmotor, einst das Kerngeschäft vieler Zulieferer, verliert an Bedeutung, während neue Technologien und Komponenten für Elektrofahrzeuge gefragt sind. (Lesen Sie auch: Nvidia Aktienkurs explodiert nach Rekordzahlen – Was…)

    Die Schaeffler Transformation ist eine Antwort auf diese Entwicklungen. Das Unternehmen will nicht länger ausschließlich von der Automobilindustrie abhängig sein, sondern sich breiter aufstellen und neue Märkte erschließen. Die Robotik, die Verteidigungsindustrie und die Raumfahrt bieten attraktive Wachstumschancen und ermöglichen es Schaeffler, seine technologischen Fähigkeiten in anderen Bereichen einzusetzen.

    „Wir sehen in der Diversifizierung eine Möglichkeit, unser Wachstum zu beschleunigen und unsere Profitabilität zu steigern», so Klaus Rosenfeld. «Wir wollen unsere Stärken in der Präzisionsmechanik und Leistungselektronik nutzen, um innovative Produkte und Lösungen für neue Märkte zu entwickeln.»

    Welche Rolle spielt die Elektromobilität für Schaeffler?

    Trotz der Diversifizierung bleibt die Elektromobilität ein wichtiger Bereich für Schaeffler. Das Unternehmen ist bestrebt, seine Position als führender Zulieferer von Komponenten und Systemen für Elektrofahrzeuge weiter auszubauen. Schaeffler bietet bereits heute ein breites Portfolio an Produkten für Elektromotoren, Getriebe und Batteriesysteme. Durch die Fusion mit Vitesco hat sich das Unternehmen zusätzlich verstärkt und seine Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität erweitert. Laut Reuters plant Schaeffler, weiterhin in die Entwicklung von innovativen Lösungen für Elektrofahrzeuge zu investieren.

    Gleichzeitig betont Schaeffler, dass Komponenten für Verbrennungsmotoren noch lange Zeit benötigt werden, insbesondere für das margenstarke Reparaturgeschäft. Das Unternehmen wird daher weiterhin beide Technologien bedienen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden.

    Wie sehen die konkreten Pläne für die neuen Geschäftsfelder aus?

    Schaeffler hat bereits konkrete Pläne für die neuen Geschäftsfelder entwickelt. Im Bereich der Robotik konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Komponenten für humanoide Roboter. Diese Roboter sollen in der Lage sein, menschenähnliche Aufgaben zu übernehmen und in verschiedenen Branchen eingesetzt werden, beispielsweise in der Produktion, Logistik oder im Gesundheitswesen. Laut Unternehmen gibt es aktuell mehr als 28 Aufträge für Prototypen. (Lesen Sie auch: Nvidia Quartalszahlen: Rekordumsatz übertrifft Erwartungen)

    Für die Verteidigungsindustrie liefert Schaeffler bereits heute kleine, hochleistungsfähige Elektromotoren für Drohnenbauer wie Helsing. Das Unternehmen plant, sein Engagement in diesem Bereich weiter auszubauen und Komponenten für andere militärische Anwendungen zu entwickeln. Allerdings müssen die Lieferketten überdacht werden, um unabhängig von Produkten aus China und den USA zu sein. Eine inländische Quelle für die in den Motoren verbauten Magneten ist hierfür notwendig.

    📌 Hintergrund

    Humanoide Roboter sind Roboter, die menschenähnliche Eigenschaften aufweisen. Sie können sich auf zwei Beinen fortbewegen, Arme und Hände haben und in der Lage sein, Werkzeuge zu benutzen. Humanoide Roboter werden in verschiedenen Branchen eingesetzt, beispielsweise in der Produktion, Logistik oder im Gesundheitswesen.

    Auch die Raumfahrt ist ein potenzielles Wachstumsfeld für Schaeffler. Das Unternehmen verfügt über Kompetenzen in der Entwicklung von hochpräzisen Lagern und Antriebssystemen, die in Satelliten und Raketen eingesetzt werden können. Schaeffler prüft derzeit, wie es seine Technologien in diesem Bereich einsetzen kann.

    Was bedeutet die Schaeffler Transformation für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?

    Die Schaeffler Transformation hat Auswirkungen auf verschiedene Interessengruppen. Für Verbraucher bedeutet die Diversifizierung des Geschäftsmodells, dass Schaeffler in Zukunft innovative Produkte und Lösungen in verschiedenen Bereichen anbieten wird. Die Robotik könnte beispielsweise zu neuen Anwendungen im Haushalt oder in der Pflege führen. Die Verteidigungsindustrie könnte von den technologischen Innovationen von Schaeffler profitieren und effizientere und zuverlässigere Waffen entwickeln.

    Detailansicht: Schaeffler Transformation
    Symbolbild: Schaeffler Transformation (Bild: Picsum)

    Für Arbeitnehmer bedeutet die Transformation, dass Schaeffler neue Arbeitsplätze in den Bereichen Robotik, Verteidigungsindustrie und Raumfahrt schaffen wird. Das Unternehmen wird in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter investieren, um sie für die neuen Aufgaben zu qualifizieren. Gleichzeitig werden möglicherweise Arbeitsplätze im traditionellen Automobilgeschäft wegfallen, da die Nachfrage nach Komponenten für Verbrennungsmotoren sinkt. (Lesen Sie auch: Nvidia Umsatz Explodiert: KI-Boom Treibt Gewinn in…)

    Für die Branche bedeutet die Transformation, dass Schaeffler zu einem breiter aufgestellten Technologiekonzern wird, der in verschiedenen Märkten aktiv ist. Das Unternehmen wird seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und neue Wachstumschancen nutzen. Gleichzeitig wird der Wettbewerb in den neuen Geschäftsfeldern zunehmen, da Schaeffler auf etablierte Unternehmen trifft.

    Experten sehen die Diversifizierung von Schaeffler positiv. «Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen», sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM). «Unternehmen, die sich breiter aufstellen und neue Märkte erschließen, haben bessere Chancen, erfolgreich zu sein.» Die Bundesregierung unterstützt die Transformation der Automobilindustrie mit verschiedenen Förderprogrammen.

    Wie steht Schaeffler im internationalen Vergleich da?

    Die Diversifizierung des Geschäftsmodells ist ein Trend, der in der Automobilindustrie weltweit zu beobachten ist. Viele Zulieferer versuchen, sich unabhängiger vom Automobilgeschäft zu machen und neue Märkte zu erschließen. Einige Unternehmen setzen auf Elektromobilität, andere auf Software und Konnektivität, wieder andere auf Robotik und Automatisierung.

    Schaeffler ist mit seiner strategischen Ausrichtung auf Robotik, Verteidigungsindustrie und Raumfahrt nicht allein. Auch andere deutsche Unternehmen wie Thyssenkrupp und Siemens haben ihre Aktivitäten in diesen Bereichen verstärkt. Im internationalen Vergleich gibt es jedoch auch Unternehmen, die andere Schwerpunkte setzen. Beispielsweise konzentriert sich Bosch stark auf Elektromobilität und Konnektivität, während Continental auf Software und Sensorik setzt.

    Die Schaeffler Transformation ist ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, um seine Zukunftsfähigkeit zu sichern. Ob die Strategie erfolgreich sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Entwicklung der neuen Märkte, der Wettbewerbssituation und der Fähigkeit von Schaeffler, innovative Produkte und Lösungen zu entwickeln. (Lesen Sie auch: Aktie Nvidia: erlebt Kurssprung nach Rekordzahlen)

    Fazit

    Die Schaeffler Transformation ist ein mutiger Schritt, um sich von der Abhängigkeit der Automobilindustrie zu lösen und neue Wachstumschancen zu nutzen. Die Entscheidung, in Robotik, Verteidigungsindustrie und Raumfahrt zu investieren, zeigt das Bestreben, die technologischen Fähigkeiten in diversen Bereichen einzusetzen. Der Erfolg dieser Strategie wird maßgeblich davon abhängen, wie gut Schaeffler seine Kompetenzen in den neuen Märkten einsetzen und sich gegenüber etablierten Wettbewerbern behaupten kann. Für Anleger bedeutet dies, dass Schaeffler langfristig ein diversifizierteres und widerstandsfähigeres Geschäftsmodell anstrebt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die ehrgeizigen Ziele bis 2035 realisieren lassen.

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    Illustration zu Schaeffler Transformation
    Symbolbild: Schaeffler Transformation (Bild: Picsum)
  • ZF Friedrichshafen: Massiver Umbau beim Autozulieferer

    ZF Friedrichshafen: Massiver Umbau beim Autozulieferer

    Am 19. November 2025 steht ZF Friedrichshafen vor einer der größten Umstrukturierungen seiner Unternehmensgeschichte. Der zweitgrößte deutsche Autozulieferer kämpft mit hohen Schulden, sinkenden Umsätzen und dem schwierigen Wandel zur Elektromobilität. Dieser Artikel erklärt, was bei ZF passiert und welche Auswirkungen das für die Beschäftigten hat.

    Was ist bei ZF Friedrichshafen passiert?

    ZF Friedrichshafen ist ein weltweit tätiger Automobilzulieferer mit Hauptsitz am Bodensee. Das Unternehmen produziert Getriebe, Fahrwerktechnik und Antriebskomponenten für die Automobilindustrie. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Rückgang von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 46,6 Milliarden Euro.

    Die Lage ist ernst: Das Nettoergebnis nach Steuern lag bei minus 1,02 Milliarden Euro. Hohe Restrukturierungskosten von etwa 600 Millionen Euro drückten das Ergebnis zusätzlich. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen auf 10,46 Milliarden Euro. Diese Schulden stammen hauptsächlich aus früheren Übernahmen wie TRW (2015) und Wabco (2020).

    Kennzahl20242023Veränderung
    Umsatz41,4 Mrd. €46,6 Mrd. €-11%
    EBIT-Marge3,6%5,1%-1,5 PP
    Nettoergebnis-1,02 Mrd. €positivstark gesunken
    Mitarbeiter weltweit161.631168.738-4%
    Mitarbeiter Deutschland52.02754.447-4%

    Wie viele Stellen baut ZF ab?

    Der Stellenabbau bei ZF betrifft vor allem die deutschen Standorte. Bis Ende 2028 sollen zwischen 11.000 und 14.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten deutschen Belegschaft.

    In der Antriebssparte, der sogenannten „Division E», sollen bis 2030 rund 7.600 Stellen gestrichen werden. Diese Sparte umfasst elektrische, hybride und konventionelle Antriebe. Weltweit arbeitet etwa jeder fünfte ZF-Beschäftigte in diesem Bereich.

    Der Abbau soll möglichst sozialverträglich erfolgen. ZF setzt dabei auf Altersteilzeitangebote, Abfindungsprogramme und natürliche Fluktuation. An einigen Standorten wurde die wöchentliche Arbeitszeit um etwa sieben Prozent reduziert.

    Warum baut ZF Stellen ab?

    Die Gründe für den Sparkurs sind vielfältig. Der wichtigste Faktor ist die schleppende Entwicklung der Elektromobilität. ZF hatte hohe Investitionen in E-Antriebe getätigt, doch die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst langsamer als erwartet.

    Weitere Faktoren belasten das Unternehmen:

    • Hohe Zinslast durch die Schulden aus Übernahmen
    • Schwache Automobilkonjunktur in Europa
    • Starker Kostendruck durch internationale Konkurrenz
    • Überkapazitäten in den Produktionsanlagen für E-Antriebe
    • Geopolitische Unsicherheiten und Handelskonflikte

    Wer ist der neue ZF Chef?

    Seit dem 1. Oktober 2025 führt Mathias Miedreich den Konzern als Vorstandsvorsitzender. Er folgte auf Dr. Holger Klein, der das Unternehmen seit 2022 geleitet hatte. Miedreich bringt umfangreiche Erfahrung aus der Automobilbranche mit.

    An seinem ersten Arbeitstag präsentierte Miedreich die neuen Sanierungspläne. Die wichtigste Entscheidung: Die Antriebssparte bleibt im Konzern. Eine ursprünglich diskutierte Ausgliederung oder ein Verkauf der „Division E» sind damit vom Tisch.

    Was passiert mit der ZF Antriebssparte?

    Die Antriebssparte ist das Herzstück von ZF. Hier werden Getriebe für Verbrenner, Hybride und Elektrofahrzeuge entwickelt und produziert. Rund 30.000 Menschen arbeiten weltweit in diesem Bereich.

    Statt einer Ausgliederung setzt ZF nun auf interne Sanierung. Das Unternehmen hat mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall eine Vereinbarung getroffen. Ziel ist eine Kostensenkung von über 500 Millionen Euro bis zum Jahr 2027.

    Die Maßnahmen umfassen:

    • Reduzierung der Arbeitszeit für Teile der Belegschaft
    • Verschiebung tariflicher Lohnerhöhungen
    • Einstellung einiger Produktentwicklungen
    • Prüfung, ob Komponenten günstiger zugekauft werden können
    • Suche nach Partnerschaften für einzelne Bereiche

    Welche ZF Standorte sind betroffen?

    Der Stellenabbau trifft verschiedene deutsche Standorte. Besonders betroffen sind:

    Saarbrücken

    Das größte Getriebewerk mit etwa 10.000 Beschäftigten muss mindestens 1.800 Stellen bis Ende 2025 abbauen. Bei weiter sinkender Auslastung könnten es bis zu 4.500 werden.

    Schweinfurt

    Hier fertigt ZF Antriebskomponenten für Elektrofahrzeuge. Rund zehn Prozent Überkapazität belasten den Standort. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde für knapp 10.000 Beschäftigte auf 32,5 Stunden reduziert.

    Friedrichshafen

    Am Stammsitz sind betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte 2028 ausgeschlossen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem Betriebsrat getroffen. Hier gibt es gute Perspektiven durch neue Produktionslinien.

    Koblenz

    Bis 2030 sollen etwa 450 von 2.100 Arbeitsplätzen wegfallen. Davon sind 370 Stellen in Forschung und Entwicklung betroffen. Eine Betriebsvereinbarung schützt vor Kündigungen bis Ende 2026.

    Kleinere Werke stehen ebenfalls unter Druck. Gelsenkirchen und Eitorf wurden bereits geschlossen. Laut Analysen sind insgesamt 13 deutsche Standorte gefährdet.

    Gibt es betriebsbedingte Kündigungen bei ZF?

    Die Frage nach Kündigungen bewegt viele Beschäftigte. ZF versucht den Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen zu gestalten. An mehreren Standorten wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen.

    Dennoch sind Kündigungen nicht überall ausgeschlossen. Bei Betriebsversammlungen wurden weitere Einschnitte angekündigt. Mitarbeiter sollen auf Geld verzichten. Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt.

    Im Juli 2025 gingen mehr als 10.000 ZF-Beschäftigte gegen die Sparpläne auf die Straße. Allein vor dem Konzernsitz in Friedrichshafen demonstrierten fast 6.000 Menschen. Erstmals beteiligten sich auch Führungskräfte an den Protesten.

    Wie reagiert die IG Metall auf den Sparkurs?

    Die IG Metall begleitet den Umbau bei ZF kritisch. Die Gewerkschaft kritisiert die Managementfehler der Vergangenheit. Strategische Fehleinschätzungen hätten ZF in die schwierige Lage gebracht. Mit reinem Stellenabbau und Produktionsverlagerungen komme das Unternehmen nicht aus der Krise.

    Trotz der Konflikte wurde eine Einigung über die Sanierung der Antriebssparte erzielt. Diese Vereinbarung verhindert eine vollständige Ausgliederung der „Division E». Für die IG Metall ist das ein wichtiger Teilerfolg.

    Wie geht es bei ZF Friedrichshafen weiter?

    Der Ausblick für 2025 bleibt verhalten. ZF rechnet bei stabilen Wechselkursen mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro. Die Restrukturierung wird das Unternehmen weiter beschäftigen.

    Im Geschäftsjahr 2024 hat ZF Verbindlichkeiten von 2,3 Milliarden Euro zurückgezahlt. Mehrere Finanztransaktionen sollen Planungssicherheit schaffen. Der Liquiditätsspielraum liegt bei 8,1 Milliarden Euro.

    Gleichzeitig investiert ZF weiter in Zukunftsfelder:

    • Das Joint Venture ZF Foxconn Chassis Modules wächst stark
    • Die Tochter ZF Lifetec für passive Sicherheitstechnik agiert eigenständig
    • Das Software-Unternehmen Qorix entwickelt Automobil-Middleware
    • Neue Werke in Indien und China stärken die globale Präsenz

    Die Strategie „Stärken stärken» bleibt der Leitgedanke. ZF konzentriert sich auf profitable Bereiche wie Nutzfahrzeugtechnik, Fahrwerktechnik und Aftermarket-Geschäft. Weitere Informationen zur Unternehmensstrategie finden sich in der offiziellen ZF Pressemitteilung.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie viele Mitarbeiter hat ZF Friedrichshafen?

    ZF beschäftigt weltweit rund 161.600 Menschen. In Deutschland arbeiten etwa 52.000 Mitarbeiter für den Konzern. Der Hauptsitz befindet sich in Friedrichshafen am Bodensee.

    Was produziert ZF Friedrichshafen?

    ZF stellt Getriebe, Fahrwerktechnik, Lenkungen und Antriebskomponenten her. Das Unternehmen beliefert die Automobil-, Nutzfahrzeug- und Industrietechnik-Branche. Zu den Kunden zählen große Autohersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen.

    Wem gehört ZF Friedrichshafen?

    ZF gehört zu 93,8 Prozent der Zeppelin-Stiftung, die von der Stadt Friedrichshafen verwaltet wird. Die restlichen 6,2 Prozent hält die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung aus Lemförde. Mehr zur Unternehmensgeschichte steht im Wikipedia-Artikel über ZF Friedrichshafen.

    Warum ist ZF in der Krise?

    Die Krise hat mehrere Ursachen: hohe Schulden aus Übernahmen, schleppender Hochlauf der Elektromobilität, schwache Automobilkonjunktur und internationale Konkurrenz. Die Zinslast bindet Mittel für Forschung und Entwicklung.

    Wird ZF die Antriebssparte verkaufen?

    Nein, die Antriebssparte bleibt im Konzern. Eine ursprünglich diskutierte Ausgliederung wurde verworfen. Stattdessen wird die Sparte mit internen Maßnahmen saniert. Partnerschaften für einzelne Bereiche sind aber möglich.

    Fazit: ZF Friedrichshafen kämpft um die Zukunft

    ZF Friedrichshafen durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Der Stellenabbau trifft tausende Familien in Deutschland. Gleichzeitig muss das Unternehmen in neue Technologien investieren. Der Spagat zwischen Sparen und Investieren ist enorm anspruchsvoll.

    Die Einigung mit Betriebsrat und IG Metall zeigt: Lösungen sind möglich, wenn alle Seiten zusammenarbeiten. Die Antriebssparte bleibt erhalten, betriebsbedingte Kündigungen werden an vielen Standorten vermieden. Das gibt den Beschäftigten zumindest etwas Sicherheit.

    Ob ZF Friedrichshafen den Umbau erfolgreich meistert, hängt von vielen Faktoren ab. Die weitere Entwicklung der Elektromobilität spielt eine entscheidende Rolle. Gelingt die Transformation, könnte ZF gestärkt aus der Krise hervorgehen.