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    Ghosting Bewerbung: Arbeitsmarkt: Umfrage

    Ghosting bei Bewerbungen, das plötzliche und unerklärliche Abbrechen der Kommunikation durch Unternehmen nach einer Bewerbung, ist ein wachsendes Problem auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Einer aktuellen Umfrage zufolge erhalten mehr als 60 Prozent der Bewerber keinerlei Rückmeldung auf ihre Bewerbungen, was zu Frustration und einer längeren Verweildauer in unpassenden Jobs führt. Ghosting Bewerbung steht dabei im Mittelpunkt.

    Symbolbild zum Thema Ghosting Bewerbung
    Symbolbild: Ghosting Bewerbung (Bild: Pexels)

    Zahlen & Fakten

    • 63,5 %: Der Bewerber gaben an, im vergangenen Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten zu haben.
    • 80 %: Der Befragten gaben an, dass Ghosting zugenommen habe.
    • 41,5 %: Der Befragten nannten den zeitlichen und bürokratischen Aufwand als größte Hürde bei Bewerbungen.
    • 11,5 %: Der Stellenanzeigen enthalten Angaben zum Gehalt.

    Zunahme von Ghosting bei Bewerbungsprozessen

    Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich gewandelt. Während Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren oft die Wahl zwischen mehreren Angeboten hatten, hat sich die Situation nun zugunsten der Arbeitgeber verschoben. Dies führt zu Praktiken wie Ghosting, die man bisher eher aus dem Dating-Bereich kannte. Wie Stern berichtet, zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Appinio im Auftrag der Jobbörse Indeed, dass die Mehrheit der Bewerber keinerlei Antwort auf ihre Bewerbungen erhält. Im Rahmen der Umfrage wurden zwischen dem 9. und 11. März 500 Männer und 500 Frauen im Alter von 16 bis 66 Jahren befragt.

    Die Ergebnisse sind alarmierend: 63,5 Prozent der Bewerber gaben an, im vergangenen Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten zu haben. Für fast 80 Prozent der Befragten hat Ghosting zugenommen. Diese Entwicklung untergräbt das Vertrauen in den Arbeitsmarkt und führt zu Frustration bei den Jobsuchenden.

    Was sind die Ursachen für Ghosting im Bewerbungsprozess?

    Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed, sieht die Personalabteilungen in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität unter erheblichem Druck. «Die sich wandelnde Marktdynamik darf jedoch keine Entschuldigung für mangelhafte Rekrutierungspraktiken sein», betont er. Die Gründe für Ghosting sind vielfältig. Einerseits mag der gestiegene Bewerberdruck dazu führen, dass Unternehmen sich nicht mehr verpflichtet fühlen, jede Bewerbung zu beantworten. Andererseits könnten interne Ineffizienzen in den Personalabteilungen eine Rolle spielen. Oftmals fehlen die Ressourcen oder die Prozesse sind nicht optimal gestaltet, um eine zeitnahe Rückmeldung zu gewährleisten. Haufe.de bietet hierzu Informationen für Unternehmen.

    Hinzu kommt, dass viele Unternehmen den Bewerbungsprozess unnötig kompliziert gestalten. 41,5 Prozent der Befragten gaben an, dass der zeitliche und bürokratische Aufwand eine der größten Hürden bei der Jobsuche darstellt. Komplizierte Formulare, die teilweise noch per Hand ausgefüllt werden müssen, schrecken ab. Auch die Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, sich verstellen zu müssen, werden als Belastungsfaktoren genannt. (Lesen Sie auch: Arbeitsmarkt Umfrage: Ghosting)

    📌 Hintergrund

    Ghosting ist nicht nur ein Problem für Bewerber. Auch Unternehmen können betroffen sein, wenn beispielsweise ein eingestellter Mitarbeiter kurz vor dem Arbeitsantritt oder kurz danach ohne Angabe von Gründen verschwindet. Dies wird ebenfalls als Ghosting bezeichnet.

    Mangelnde Transparenz bei Gehaltsangaben

    Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Transparenz bei Verdienstmöglichkeiten. 63 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Informationen zum Gehalt in Stellenanzeigen. Tatsächlich enthalten laut Indeed jedoch nur 11,5 Prozent der Stellenanzeigen entsprechende Angaben. Diese Intransparenz erschwert es Bewerbern, realistische Erwartungen zu entwickeln und sich gezielt auf passende Stellen zu bewerben.

    Die Forderung nach mehr Gehaltstransparenz ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren gab es in einigen Branchen Bestrebungen, Gehaltsspannen offenzulegen, um Diskriminierung zu vermeiden und faire Löhne zu gewährleisten. In den USA beispielsweise ist die Gehaltstransparenz in einigen Bundesstaaten bereits gesetzlich vorgeschrieben. Eine Studie der Bundesregierung zeigt die Bemühungen um Entgelttransparenz in Deutschland.

    Was bedeutet das für Arbeitnehmer?

    Die Zunahme von Ghosting und die genannten Hürden im Bewerbungsprozess haben erhebliche Auswirkungen auf Arbeitnehmer. Frustration und Demotivation sind die unmittelbaren Folgen. Viele Fachkräfte bleiben aus Sorge vor den Bewerbungshürden länger in ungeeigneten Jobs, was ihre persönliche und berufliche Entwicklung beeinträchtigt. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Gallup sind unzufriedene Mitarbeiter weniger produktiv und engagiert, was sich negativ auf die gesamte Wirtschaft auswirkt.

    Darüber hinaus führt Ghosting zu einem Verlust an Effizienz auf dem Arbeitsmarkt. Wenn qualifizierte Fachkräfte in unpassenden Positionen verharren, leidet die Gesamtproduktivität und der notwendige Wissenstransfer wird behindert. Dies kann langfristig die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährden. (Lesen Sie auch: 100 Kilometer Reichweite: Rheinmetall Liefert Bundeswehr)

    Wie können Unternehmen Ghosting vermeiden?

    Um Ghosting zu vermeiden und das Vertrauen in den Arbeitsmarkt wiederherzustellen, müssen Unternehmen ihre Rekrutierungspraktiken verbessern. Dazu gehört in erster Linie eine wertschätzende Kommunikation mit den Bewerbern. Jede Bewerbung sollte zeitnah bestätigt und auch bei einer Absage sollte eine individuelle Rückmeldung erfolgen. Automatisierte Absagen sind zwar effizient, können aber den Eindruck von mangelnder Wertschätzung verstärken. Persönliche Rückmeldungen, die auf die individuellen Stärken und Schwächen des Bewerbers eingehen, sind deutlich zielführender.

    💡 Tipp

    Unternehmen können durch den Einsatz von Bewerbermanagement-Systemen (ATS) den Rekrutierungsprozess effizienter gestalten und sicherstellen, dass keine Bewerbung unbeantwortet bleibt. Diese Systeme ermöglichen eine automatisierte Kommunikation und erleichtern die Verwaltung der Bewerbungen.

    Darüber hinaus sollten Unternehmen den Bewerbungsprozess so einfach und transparent wie möglich gestalten. Komplizierte Formulare und lange Bearbeitungszeiten schrecken ab. Klare und präzise Stellenbeschreibungen sowie Angaben zum Gehalt sind essenziell, um das Interesse potenzieller Bewerber zu wecken und realistische Erwartungen zu schaffen.

    Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Bewerbungsprozess?

    Die Digitalisierung bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Bewerbungsprozess. Einerseits ermöglicht sie eine effizientere Kommunikation und eine schnellere Bearbeitung von Bewerbungen. Online-Formulare, Video-Interviews und automatisierte Bewerbermanagement-Systeme können den Prozess beschleunigen und vereinfachen. Andererseits birgt die Digitalisierung auch die Gefahr der Entpersonalisierung. Wenn der persönliche Kontakt fehlt und die Kommunikation auf standardisierte E-Mails beschränkt ist, kann dies zu einem Gefühl der Wertlosigkeit bei den Bewerbern führen.

    Detailansicht: Ghosting Bewerbung
    Symbolbild: Ghosting Bewerbung (Bild: Pexels)

    Es ist daher wichtig, dass Unternehmen die Digitalisierung nutzen, um den Bewerbungsprozess effizienter zu gestalten, aber gleichzeitig den persönlichen Kontakt nicht vernachlässigen. Video-Interviews können beispielsweise eine gute Möglichkeit sein, um einen ersten Eindruck von einem Bewerber zu gewinnen und gleichzeitig eine persönliche Beziehung aufzubauen. (Lesen Sie auch: Kilometer Reichweite: Rheinmetall Liefert Kamikaze-Drohnen)

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    Was genau versteht man unter Ghosting bei Bewerbungen?

    Ghosting bei Bewerbungen bezeichnet das plötzliche und unerklärliche Abbrechen der Kommunikation durch ein Unternehmen, nachdem sich eine Person auf eine Stelle beworben hat. Dies geschieht oft nach einem Vorstellungsgespräch oder einer anderen Form des Kontakts.

    Welche Gründe gibt es für Ghosting im Bewerbungsprozess?

    Die Gründe sind vielfältig, darunter ein hoher Bewerberdruck, interne Ineffizienzen in Personalabteilungen oder eine fehlende Wertschätzung gegenüber den Bewerbern. Auch der Wunsch, unangenehme Absagen zu vermeiden, kann eine Rolle spielen.

    Wie können Bewerber mit Ghosting umgehen?

    Bewerber sollten sich nicht entmutigen lassen und das Ghosting nicht persönlich nehmen. Es kann hilfreich sein, nach einiger Zeit nachzuhaken oder sich auf andere Bewerbungen zu konzentrieren. Professionelles Feedback kann ebenfalls hilfreich sein. (Lesen Sie auch: Nel Asa Aktien im Fokus: Was Anleger…)

    Welche Konsequenzen hat Ghosting für Unternehmen?

    Ghosting kann dem Ruf eines Unternehmens schaden und es schwieriger machen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Es untergräbt das Vertrauen in den Arbeitsmarkt und kann zu negativen Bewertungen auf Online-Plattformen führen.

    Wie können Unternehmen Ghosting vermeiden?

    Unternehmen sollten eine wertschätzende Kommunikation pflegen, jede Bewerbung zeitnah beantworten und den Bewerbungsprozess transparent gestalten. Der Einsatz von Bewerbermanagement-Systemen kann dabei helfen, den Überblick zu behalten.

    Fazit

    Ghosting im Bewerbungsprozess ist ein wachsendes Problem, das sowohl für Bewerber als auch für Unternehmen negative Konsequenzen hat. Es untergräbt das Vertrauen in den Arbeitsmarkt und führt zu Frustration und Demotivation bei den Jobsuchenden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müssen Unternehmen ihre Rekrutierungspraktiken verbessern und eine wertschätzende Kommunikation pflegen. Nur so kann das Vertrauen in den Arbeitsmarkt wiederhergestellt und die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber gesteigert werden. Die zunehmende Bedeutung von Arbeitsagenturen bei der Vermittlung von Arbeitskräften zeigt, wie wichtig eine professionelle und transparente Unterstützung im Bewerbungsprozess ist.

    Illustration zu Ghosting Bewerbung
    Symbolbild: Ghosting Bewerbung (Bild: Pexels)
  • Arbeitsmarkt Umfrage: Ghosting

    Arbeitsmarkt Umfrage: Ghosting

    Bewerber erhalten einer Umfrage zufolge oft nicht einmal eine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen. Das führt zu Frust und dazu, dass Menschen länger an ihren Jobs kleben, als es gut wäre.

    Symbolbild zum Thema Arbeitsmarkt Umfrage
    Symbolbild: Arbeitsmarkt Umfrage (Bild: Pexels)

    Der Stellenmarkt in Deutschland hat sich gedreht: Arbeitgeber haben wieder eine stärkere Stellung, Bewerber um Jobs haben nicht mehr die Qual der Wahl. Die Folge: Ghosting, wie in Partnerbörsen. «Die Mehrheit der Bewerber erhält keinerlei Antwort auf Bewerbungen», heißt es in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Appinio im Auftrag der Jobbörse Indeed. Zwischen 9. und 11. März wurden jeweils 500 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 66 Jahren befragt. 

    Mangelhafte Rekrutierung  (Lesen Sie auch: Arbeitsmarkt: Umfrage: Ghosting bei Bewerbungen nimmt zu)

    63,5 Prozent der Bewerber hätten angegeben, im vergangenen Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten zu haben, für fast 80 Prozent der Befragten habe Ghosting zugenommen. «Personalabteilungen stehen in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität unter erheblichem Druck», sagte Indeed-Geschäftsführer Frank Hensgens. «Die sich wandelnde Marktdynamik darf jedoch keine Entschuldigung für mangelhafte Rekrutierungspraktiken sein.» Das Ignorieren von Bewerbern untergrabe das Vertrauen in den Arbeitsmarkt. 

    Neben der mangelnden Kommunikation schrecke auch der Aufwand bei der Bewerbung ab. Auf die Frage nach den größten Hürden und Belastungsfaktoren sei der zeitliche und bürokratische Aufwand mit 41,5 Prozent bei der Umfrage auf dem ersten Platz gelandet. Komplizierte Formulare müssten teils per Hand ausgefüllt werden. Auch die Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, sich verstellen zu müssen, wurden in der Umfrage als Hürde genannt. 

    Mehr Transparenz bei Verdienstmöglichkeiten (Lesen Sie auch: Arbeitsmarkt: Umfrage: Lust auf Jobwechsel lässt nach)

    63 Prozent der Befragten wünschten sich bei Stellenanzeigen mehr Transparenz, vor allem bei Angaben zum Gehalt. Nur 11,5 Prozent der Stellenanzeigen beinhalteten bisher entsprechende Angaben, hieß es von Indeed. 

    Geschäftsführer Hensgens sieht in den Ergebnissen der Umfrage ein Problem für das gesamte Wirtschaftsgefüge. Frustration verstärke Stagnation. «Unzufriedene Fachkräfte bleiben aus Sorge vor den Bewerbungshürden länger in ungeeigneten Jobs», betonte er. «Das mindert die Gesamtproduktivität und behindert den notwendigen Wissenstransfer.»

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    Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Soziales: Ifo-Umfrage unter 6300 Firmen: Note vier…)

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