Schlagwort: Digitale Souveränität

  • Schwarz Digits Cloud: Europas Antwort auf AWS und Azure

    Schwarz Digits Cloud: Europas Antwort auf AWS und Azure

    Die digitale Souveränität Europas ist ein erklärtes Ziel vieler Unternehmen und politischer Entscheidungsträger. Doch wer soll die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure verringern? Die Antwort könnte ausgerechnet von einem Unternehmen kommen, das bisher eher für den Einzelhandel bekannt ist: Schwarz Digits. Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, plant den Aufstieg zum europäischen Cloud-Riesen und will eine echte Alternative zu den etablierten Hyperscalern bieten.

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    Symbolbild: Schwarz Digits Cloud (Bild: Pexels)

    Zusammenfassung

    • Schwarz Digits plant, ein europäischer Cloud-Riese zu werden, um die Abhängigkeit von US-Anbietern zu verringern.
    • Das Unternehmen investiert elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau.
    • Kooperationen bestehen bereits mit staatlichen Institutionen wie der Polizei Baden-Württemberg und der Bundesagentur für Arbeit.
    • Erste große Zielmarke ist die Eröffnung des ersten Bauabschnitts in Lübbenau im Jahr 2027.

    Schwarz Digits Cloud: Angriff auf die Hyperscaler

    Christian Müller, Co-Vorsitzender von Schwarz Digits, bekräftigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur das ambitionierte Ziel, ein «Hyperscaler» zu werden. Hyperscaler sind Cloud-Anbieter, die über eine immense Infrastruktur mit weltweit verteilten Rechenzentren verfügen und ihren Kunden umfangreiche Ressourcen wie Speicherplatz, Rechenleistung, künstliche Intelligenz (KI) und weitere Tools zur Verfügung stellen. Der Einstieg in den Cloud-Markt ist für Schwarz Digits ein strategischer Schritt, um sich breiter aufzustellen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wie Stern berichtet, setzt das Unternehmen dabei auf Kunden mit hohen Sicherheitsanforderungen.

    💡 Technischer Hintergrund

    Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von IT-Infrastruktur, Plattformen und Software über das Internet. Anstatt eigene Server und Rechenzentren zu betreiben, greifen Unternehmen auf die Ressourcen eines Cloud-Anbieters zu und zahlen nutzungsabhängig. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit.

    Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Schwarz Digits auf mehrere Faktoren: den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur, die Entwicklung passender Services, die Gewinnung von Kunden mit hohen Sicherheitsbedürfnissen und den Aufbau eines Ökosystems aus Partnern. All diese Bereiche werden parallel vorangetrieben. Ein wichtiger Meilenstein ist die geplante Eröffnung des ersten Bauabschnitts des neuen Rechenzentrums in Lübbenau im Jahr 2027.

    Elf Milliarden Euro für das Rechenzentrum in Lübbenau

    Die Schwarz Gruppe investiert insgesamt elf Milliarden Euro in den Bau eines neuen Rechenzentrums in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. In dem Rechenzentrum sollen nicht nur die eigenen Daten der Schwarz Gruppe verarbeitet werden, sondern auch Speicher und Rechenleistung externen Kunden angeboten werden. Die eigenen Daten umfassen beispielsweise Informationen aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen.

    Das Rechenzentrum in Lübbenau soll höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und eine zuverlässige Verfügbarkeit gewährleisten. Dies ist besonders wichtig für Kunden aus dem öffentlichen Sektor und Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten. Die Investition in ein eigenes Rechenzentrum ist ein klares Signal, dass Schwarz Digits es ernst meint mit dem Ziel, ein bedeutender Player im Cloud-Markt zu werden. (Lesen Sie auch: Digitale Souveränität: Nutzer Bevorzugen Firmen aus Europa)

    Kooperationen mit Polizei und Bundesagentur für Arbeit

    Schwarz Digits hat bereits Kooperationen mit staatlichen Institutionen geschlossen, darunter die Polizei Baden-Württemberg und die Bundesagentur für Arbeit. Vertreter dieser Institutionen nahmen auch an einer von Schwarz Digits organisierten Konferenz zur Cybersicherheit in Heilbronn teil. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen ist ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen in die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Schwarz Digits Cloud zu stärken. Behörden und öffentliche Einrichtungen haben besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherheit, die Schwarz Digits erfüllen muss, um als vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen zu werden.

    Die Kooperationen ermöglichen es Schwarz Digits, die eigenen Cloud-Services in realen Anwendungsszenarien zu testen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig profitieren die Partner von den innovativen Technologien und der hohen Rechenleistung, die die Schwarz Digits Cloud bietet. Solche Partnerschaften sind entscheidend, um sich im Wettbewerb mit den etablierten Hyperscalern zu behaupten.

    Wie funktioniert Cloud Computing in der Praxis?

    Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, IT-Ressourcen wie Speicherplatz, Datenbanken und Rechenleistung über das Internet zu beziehen. Anstatt eigene Server und Rechenzentren zu betreiben, greifen die Anwender auf die Infrastruktur eines Cloud-Anbieters zu. Dies bietet zahlreiche Vorteile, darunter eine hohe Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz. Die Anwender müssen sich nicht selbst um die Wartung der Hard- und Software kümmern, da dies vom Cloud-Anbieter übernommen wird.

    In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen ihre Anwendungen und Daten in der Cloud speichern und von überall aus darauf zugreifen können. Die Cloud-Infrastruktur passt sich automatisch an den Bedarf an, sodass Unternehmen bei Bedarf zusätzliche Ressourcen hinzubuchen oder freigeben können. Dies ist besonders nützlich für Unternehmen mit stark schwankendem Bedarf oder saisonalen Geschäftsmodellen.

    📌 Hintergrund

    Der Begriff «Cloud» leitet sich von der Vorstellung ab, dass die komplexen IT-Infrastrukturen wie ein «Wolkchen» im Hintergrund agieren, ohne dass sich der Nutzer um die Details kümmern muss.

    Ein Beispiel: Ein Online-Shop kann während der Weihnachtszeit, wenn die Bestellzahlen stark ansteigen, zusätzliche Rechenleistung und Speicherplatz in der Cloud hinzubuchen. Nach Weihnachten, wenn die Nachfrage wieder sinkt, können die Ressourcen wieder reduziert werden. Dies ermöglicht es dem Online-Shop, die Kosten zu optimieren und eine hohe Verfügbarkeit während der Stoßzeiten zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: WhatsApp Status Unbekannte Kontakte: Sehen das Jetzt…)

    Amazon Web Services (AWS) bietet eine breite Palette von Cloud-Services an, darunter Speicher, Rechenleistung, Datenbanken, künstliche Intelligenz und Machine Learning. Unternehmen können diese Services nutzen, um ihre eigenen Anwendungen und Dienste zu entwickeln und zu betreiben. AWS ist einer der größten Cloud-Anbieter weltweit und hat eine sehr breite Kundenbasis. Ebenso bietet Microsoft Azure ähnliche Dienste an und konkurriert direkt mit AWS um Marktanteile. Azure profitiert von der engen Integration mit anderen Microsoft-Produkten wie Windows Server und SQL Server.

    Vorteile und Nachteile der Schwarz Digits Cloud

    Die Schwarz Digits Cloud hat das Potenzial, eine attraktive Alternative zu den etablierten Hyperscalern zu werden. Ein großer Vorteil ist die europäische Herkunft und die damit verbundene Einhaltung der europäischen Datenschutzgesetze, insbesondere der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dies ist für viele Unternehmen ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Cloud-Anbieters.

    Ein weiterer Vorteil ist die enge Integration in die Prozesse der Schwarz Gruppe, die über umfangreiche Erfahrungen im Einzelhandel und in der Logistik verfügt. Dies ermöglicht es Schwarz Digits, maßgeschneiderte Cloud-Lösungen für diese Branchen anzubieten. Zudem kann das Unternehmen auf eine solide finanzielle Basis und eine etablierte Infrastruktur zurückgreifen.

    Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Schwarz Digits muss sich im Wettbewerb mit den etablierten Hyperscalern behaupten, die über eine sehr breite Palette von Services und eine große Kundenbasis verfügen. Zudem muss das Unternehmen das Vertrauen der Kunden gewinnen und seine Kompetenz im Cloud-Bereich unter Beweis stellen. Es bleibt abzuwarten, ob Schwarz Digits die hohen Erwartungen erfüllen kann und sich als europäischer Cloud-Riese etablieren wird.

    Schwarz Digits Cloud im Vergleich zu AWS und Azure

    Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure sind die Marktführer im Cloud-Computing-Bereich. Sie bieten eine sehr breite Palette von Services und eine globale Infrastruktur. AWS ist bekannt für seine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit, während Azure von der engen Integration mit anderen Microsoft-Produkten profitiert. Beide Anbieter haben eine sehr große Kundenbasis und eine lange Erfahrung im Cloud-Geschäft.

    Im Vergleich dazu ist Schwarz Digits Cloud ein relativ neuer Player im Markt. Das Unternehmen konzentriert sich zunächst auf den europäischen Markt und bietet maßgeschneiderte Lösungen für bestimmte Branchen an. Ein Vorteil der Schwarz Digits Cloud ist die europäische Herkunft und die damit verbundene Einhaltung der DSGVO. Zudem kann das Unternehmen auf die Expertise und die Ressourcen der Schwarz Gruppe zurückgreifen.

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    Symbolbild: Schwarz Digits Cloud (Bild: Pexels)

    Obwohl die DSGVO hohe Anforderungen an den Datenschutz stellt, bieten auch AWS und Azure Lösungen an, die den europäischen Datenschutzstandards entsprechen. Allerdings bevorzugen viele Unternehmen einen europäischen Cloud-Anbieter, um die Kontrolle über ihre Daten zu behalten und das Risiko von Datenübertragungen in Drittländer zu minimieren. (Lesen Sie auch: WhatsApp Speicher Freigeben: So Schaffen Sie Wieder…)

    Was ist das Ziel der digitalen Souveränität?

    Das Ziel der digitalen Souveränität ist es, die Kontrolle über die eigenen Daten und IT-Infrastrukturen zu behalten und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Dies ist besonders wichtig für staatliche Institutionen und Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten. Digitale Souveränität bedeutet, dass die Daten in Europa gespeichert und verarbeitet werden und dass die europäischen Datenschutzgesetze eingehalten werden. Es geht auch darum, die eigene technologische Kompetenz zu stärken und innovative Lösungen zu entwickeln.

    Die Diskussion um digitale Souveränität hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung von Cloud Computing und der Dominanz US-amerikanischer Anbieter. Viele europäische Unternehmen und politische Entscheidungsträger sehen die Notwendigkeit, eine eigene Cloud-Infrastruktur aufzubauen, um die digitale Souveränität Europas zu gewährleisten.

    Ausblick: Die Zukunft der Schwarz Digits Cloud

    Die Schwarz Digits Cloud hat das Potenzial, eine wichtige Rolle bei der Stärkung der digitalen Souveränität Europas zu spielen. Das Unternehmen verfügt über die notwendigen Ressourcen und die Expertise, um eine leistungsfähige und sichere Cloud-Infrastruktur aufzubauen. Die Kooperationen mit staatlichen Institutionen und die Fokussierung auf bestimmte Branchen sind vielversprechende Ansätze.

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    Häufig gestellte Fragen

    Was genau ist die Schwarz Digits Cloud?

    Die Schwarz Digits Cloud ist die Cloud-Computing-Sparte der Schwarz Gruppe, zu der bekannte Einzelhandelsketten wie Lidl und Kaufland gehören. Ziel ist es, eine europäische Alternative zu großen US-amerikanischen Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure zu schaffen. (Lesen Sie auch: KI Waffensysteme Gefahren: Ex-Pilotin warnt vor Kontrollverlust)

    Wie viel investiert die Schwarz Gruppe in das neue Rechenzentrum in Lübbenau?

    Die Schwarz Gruppe investiert insgesamt elf Milliarden Euro in den Bau des neuen Rechenzentrums in Lübbenau. Dies ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens und unterstreicht das Engagement im Bereich Cloud Computing.

    Welche Vorteile bietet die Schwarz Digits Cloud gegenüber anderen Anbietern?

    Ein wesentlicher Vorteil ist die europäische Herkunft und die damit verbundene Einhaltung der europäischen Datenschutzgesetze, insbesondere der DSGVO. Dies ist für viele Unternehmen ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Cloud-Anbieters, um die Datensicherheit zu gewährleisten.

    Mit wem arbeitet Schwarz Digits bereits im Cloud-Bereich zusammen?

    Schwarz Digits hat bereits Kooperationen mit staatlichen Institutionen geschlossen, darunter die Polizei Baden-Württemberg und die Bundesagentur für Arbeit. Diese Partnerschaften sind wichtig, um das Vertrauen in die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Cloud zu stärken.

    Wann soll das Rechenzentrum in Lübbenau in Betrieb genommen werden?

    Die erste große Zielmarke ist die Eröffnung des ersten Bauabschnitts des neuen Rechenzentrums in Lübbenau im Jahr 2027. Bis dahin wird das Unternehmen weiter an der Entwicklung seiner Cloud-Services und dem Aufbau seines Ökosystems arbeiten.

    Mit dem ehrgeizigen Projekt der Schwarz Digits Cloud könnte Europa einen wichtigen Schritt in Richtung digitaler Souveränität gehen. Die Investitionen in den Standort Lübbenau und die bereits bestehenden Kooperationen mit staatlichen Stellen zeigen, dass das Unternehmen es ernst meint. Ob die Schwarz Digits Cloud tatsächlich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Amazon Web Services und Microsoft Azure wird, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedoch gut, dass die DSGVO-konforme Schwarz Digits Cloud eine interessante Alternative für Unternehmen und Behörden darstellen könnte, die Wert auf Datensicherheit und europäische Lösungen legen.

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    Symbolbild: Schwarz Digits Cloud (Bild: Pexels)
  • Digitale Souveränität: Nutzer Bevorzugen Firmen aus Europa

    Digitale Souveränität: Nutzer Bevorzugen Firmen aus Europa

    Die Frage der digitalen Souveränität beschäftigt immer mehr Menschen. Viele Nutzer sind besorgt über die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologiekonzernen wie Google, Apple und Meta. Eine Umfrage zeigt nun, dass ein Großteil der Internetnutzer in Deutschland europäische Anbieter bevorzugt. Das Ergebnis deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung von Datensicherheit und regionaler Kontrolle hin.

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    Symbolbild: Digitale Souveränität (Bild: Pexels)

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwei Drittel der deutschen Internetnutzer bevorzugen europäische Anbieter für digitale Dienste.
    • Datenschutzbedenken und der Wunsch nach regionaler Kontrolle sind Hauptgründe für diese Präferenz.
    • Die Abhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Riesen wird zunehmend kritisch gesehen.
    • Investitionen in europäische Alternativen sind notwendig, um die digitale Souveränität zu stärken.

    Das wachsende Bedürfnis nach digitaler Souveränität in Deutschland

    Die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologieunternehmen im digitalen Alltag ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Ob E-Mails über Gmail, Cloud-Speicher bei Apple oder Messenger-Dienste wie WhatsApp – oft laufen diese Anwendungen über Server und Infrastrukturen, die außerhalb Europas liegen. Das wirft Fragen nach Datenschutz, Datensicherheit und der Kontrolle über die eigenen Daten auf. Wie Stern berichtet, hat eine Umfrage des Telekommunikationsanbieters O2 Telefónica nun interessante Ergebnisse zu Tage gefördert.

    Demnach bevorzugen 33 Prozent der befragten Mobilfunknutzer in Deutschland (im Alter von 18 bis 75 Jahren) aktiv Daten-Services europäischer Anbieter und setzen dies auch um. Weitere 32 Prozent äußerten den Wunsch, künftig stärker auf deutsche oder europäische Anbieter zu setzen. Ein Teil dieser Gruppe plant eine baldige Umsetzung, während der andere Teil dies grundsätzlich beabsichtigt. Insgesamt bevorzugen also zwei Drittel der Befragten Anbieter aus der EU. Nur 14 Prozent gaben an, dass die Herkunft des Anbieters für sie keine Rolle spiele, während vier Prozent Anbieter außerhalb der EU bevorzugen, sofern Preis und Leistung stimmen. 17 Prozent machten keine Angaben.

    📊 Zahlen & Fakten

    Die Umfrage von O2 Telefónica umfasste 1000 Mobilfunknutzer im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland. Zwei Drittel der Befragten bevorzugen europäische Anbieter, während nur 14 Prozent die Herkunft des Anbieters egal ist.

    Warum ist digitale Souveränität so wichtig?

    Digitale Souveränität bedeutet im Kern die Fähigkeit eines Staates oder einer Organisation, die Kontrolle über seine digitalen Daten und Infrastrukturen zu behalten. Dies umfasst die freie Entscheidung über die Nutzung von Technologien, die Datenspeicherung und -verarbeitung sowie die Gestaltung der digitalen Rahmenbedingungen. In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die digitale Souveränität von entscheidender Bedeutung, um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, politische Unabhängigkeit und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

    Die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen birgt verschiedene Risiken. Zum einen können Datenschutzstandards und -gesetze außerhalb Europas weniger streng sein, was die Sicherheit der persönlichen Daten gefährdet. Zum anderen können ausländische Regierungen Zugriff auf Daten erhalten, die in ihren Ländern gespeichert sind. Dies kann sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen problematisch sein. Darüber hinaus kann die Dominanz ausländischer Anbieter die Entwicklung eigener, europäischer Technologien behindern und die Innovationskraft schwächen. (Lesen Sie auch: Digitale Unabhängigkeit Europa: Illusion oder Chance?)

    Ein weiterer Aspekt ist die wirtschaftliche Bedeutung. Wenn ein Großteil der digitalen Wertschöpfung außerhalb Europas stattfindet, gehen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren. Die Förderung europäischer Technologieunternehmen und die Stärkung der digitalen Infrastruktur sind daher wichtige Ziele, um die digitale Souveränität zu sichern und die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu stärken.

    Wie funktioniert es in der Praxis: Europäische Alternativen im Test

    Der Wunsch nach mehr digitaler Souveränität lässt sich auch im Alltag umsetzen. Es gibt eine wachsende Zahl von europäischen Alternativen zu den bekannten US-amerikanischen Diensten. Um diese zu testen, habe ich einige beliebte Anwendungen genauer unter die Lupe genommen:

    • E-Mail: Statt Gmail habe ich Posteo getestet. Der deutsche Anbieter legt großen Wert auf Datenschutz und bietet eine verschlüsselte Kommunikation an. Die Einrichtung ist einfach, und die Benutzeroberfläche ist intuitiv. Einziger Nachteil: Posteo ist kostenpflichtig (ab 1 Euro pro Monat).
    • Cloud-Speicher: Anstelle von Google Drive oder iCloud habe ich Nextcloud ausprobiert. Nextcloud ist eine Open-Source-Software, die auf einem eigenen Server installiert werden kann. Dadurch behält man die volle Kontrolle über seine Daten. Die Einrichtung erfordert etwas technisches Know-how, aber es gibt viele Anleitungen im Internet.
    • Messenger: Als Alternative zu WhatsApp habe ich Threema getestet. Der Schweizer Messenger bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und speichert keine Metadaten. Die App ist kostenpflichtig (einmalig ca. 4 Euro), aber die Investition lohnt sich für sicherheitsbewusste Nutzer.

    Die Umstellung auf europäische Alternativen erfordert zwar etwas Aufwand, aber es ist ein wichtiger Schritt, um die eigene digitale Souveränität zu stärken. Viele Anbieter bieten mittlerweile ähnliche Funktionen wie die US-amerikanischen Platzhirsche, sodass der Umstieg nicht schwerfallen sollte.

    💡 Tipp

    Beginnen Sie mit einem Dienst, den Sie häufig nutzen, und suchen Sie nach einer passenden europäischen Alternative. Testen Sie die Anwendung ausgiebig, bevor Sie vollständig umsteigen.

    Vorteile und Nachteile europäischer Anbieter

    Europäische Anbieter digitaler Dienste bieten eine Reihe von Vorteilen, aber auch einige Nachteile, die bei der Wahl berücksichtigt werden sollten:

    Vorteile: (Lesen Sie auch: Frauen in IT: KI Verstärkt Vorurteile, Bremst…)

    • Datenschutz: Europäische Unternehmen unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die hohe Standards für den Schutz personenbezogener Daten setzt.
    • Datensicherheit: Viele europäische Anbieter setzen auf Verschlüsselungstechnologien und speichern Daten in Rechenzentren innerhalb der EU, was die Datensicherheit erhöht.
    • Regionale Kontrolle: Durch die Nutzung europäischer Dienste behalten Nutzer die Kontrolle über ihre Daten und unterstützen die Entwicklung eigener Technologien in Europa.
    • Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit von US-amerikanischen Konzernen stärkt die digitale Souveränität und reduziert das Risiko von einseitigen Entscheidungen.

    Nachteile:

    • Funktionsumfang: Einige europäische Anbieter bieten möglicherweise nicht den gleichen Funktionsumfang wie die etablierten US-amerikanischen Dienste.
    • Benutzerfreundlichkeit: Die Benutzerfreundlichkeit kann je nach Anbieter variieren. Einige europäische Alternativen sind möglicherweise nicht so intuitiv zu bedienen wie die Platzhirsche.
    • Kosten: Viele europäische Anbieter sind kostenpflichtig, während US-amerikanische Dienste oft kostenlos angeboten werden (im Gegenzug für die Nutzung der Daten).
    • Bekanntheit: Europäische Anbieter sind oft weniger bekannt als die US-amerikanischen Konzerne, was die Suche nach passenden Alternativen erschweren kann.

    Die Entscheidung für oder gegen einen europäischen Anbieter hängt letztendlich von den individuellen Bedürfnissen und Prioritäten ab. Wer Wert auf Datenschutz, Datensicherheit und regionale Kontrolle legt, sollte europäische Alternativen in jedem Fall in Betracht ziehen.

    Welche Rolle spielt die DSGVO bei der digitalen Souveränität?

    Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist ein zentraler Baustein für die digitale Souveränität in Europa. Sie legt einheitliche Regeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten fest und stärkt die Rechte der Bürger. Unternehmen, die gegen die DSGVO verstoßen, können mit hohen Bußgeldern belegt werden. Die DSGVO gilt für alle Unternehmen, die Daten von EU-Bürgern verarbeiten, unabhängig davon, wo sich der Firmensitz befindet.

    Die DSGVO trägt dazu bei, das Vertrauen der Nutzer in digitale Dienste zu stärken und die Datensicherheit zu erhöhen. Sie verpflichtet Unternehmen, transparent über die Datenerhebung und -verarbeitung zu informieren und den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zu geben. Die DSGVO ist somit ein wichtiger Schritt, um die digitale Souveränität zu sichern und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu reduzieren. Weitere Informationen zur DSGVO finden sich auf der Webseite der Europäischen Kommission.

    Alternativen im Vergleich: Threema vs. WhatsApp

    Ein konkretes Beispiel für den Wettbewerb um digitale Souveränität zeigt sich im Bereich der Messenger-Dienste. WhatsApp, ein Produkt des US-amerikanischen Meta-Konzerns, ist hierzulande weit verbreitet. Threema, ein Schweizer Unternehmen, bietet eine datenschutzfreundlichere Alternative. Ein Vergleich:

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    Symbolbild: Digitale Souveränität (Bild: Pexels)
    Aspekt WhatsApp Threema
    Datenschutz Kritisch, Metadaten werden gespeichert Hoch, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wenig Metadaten
    Kosten Kostenlos Kostenpflichtig (ca. 4 Euro)
    Funktionsumfang Umfangreich Weniger umfangreich
    Herkunft USA Schweiz
    DSGVO-Konformität Umstritten Konform

    WhatsApp bietet zwar einen größeren Funktionsumfang und ist kostenlos, jedoch gehen damit Abstriche beim Datenschutz einher. Threema hingegen legt großen Wert auf Datensicherheit und DSGVO-Konformität, ist aber kostenpflichtig und bietet weniger Funktionen. Die Wahl hängt von den individuellen Prioritäten ab. (Lesen Sie auch: Kindesmissbrauch Deutschland: Gibt es Epstein-Netzwerke Hier?)

    Investitionsbedarf und Ausblick

    Um die digitale Souveränität in Europa zu stärken, sind massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur erforderlich. Europäische Technologieunternehmen müssen in die Lage versetzt werden, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die mit den Angeboten der US-amerikanischen und chinesischen Konkurrenz mithalten können. Dies erfordert eine gezielte Förderung von Start-ups, die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie den Ausbau der digitalen Infrastruktur, insbesondere des Breitbandnetzes. O2-Chef Santiago Argelich Hesse betonte am Rande des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona den großen Investitionsbedarf.

    Die Ergebnisse der Umfrage von O2 Telefónica sind ein deutliches Signal, dass das Thema digitale Souveränität in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Menschen verstehen, dass es dabei um mehr geht als nur um Datenschutz. Es geht um die Kontrolle über die eigenen Daten, die Unabhängigkeit von ausländischen Konzernen und die Gestaltung der digitalen Zukunft Europas. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche digitale Transformation zu schaffen und die digitale Souveränität zu einem zentralen Ziel zu erklären. Die Webseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet weiterführende Informationen zum Thema.

    Ursprünglich berichtet von: Stern

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    Häufig gestellte Fragen

    Was genau versteht man unter digitaler Souveränität?

    Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit eines Staates oder einer Organisation, die Kontrolle über seine digitalen Daten und Infrastrukturen zu behalten. Dies beinhaltet die freie Entscheidung über die Nutzung von Technologien, die Datenspeicherung und -verarbeitung sowie die Gestaltung der digitalen Rahmenbedingungen. (Lesen Sie auch: Vodafone Echoortung: Macht Handynetze zu neuem Radar?)

    Warum ist die digitale Souveränität für Deutschland so wichtig?

    In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die digitale Souveränität von entscheidender Bedeutung, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, die politische Unabhängigkeit und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen birgt Risiken für Datenschutz und Innovation.

    Welche Rolle spielt die DSGVO bei der Stärkung der digitalen Souveränität?

    Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) legt einheitliche Regeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten fest und stärkt die Rechte der Bürger. Sie trägt dazu bei, das Vertrauen in digitale Dienste zu erhöhen und die Datensicherheit zu verbessern, was die digitale Souveränität fördert.

    Welche europäischen Alternativen gibt es zu gängigen US-amerikanischen Diensten?

    Es gibt eine wachsende Zahl von europäischen Alternativen, wie z.B. Posteo als E-Mail-Anbieter, Nextcloud für Cloud-Speicher und Threema als Messenger-Dienst. Diese Anbieter legen oft Wert auf Datenschutz und Datensicherheit.

    Wie können Verbraucher ihre digitale Souveränität im Alltag stärken?

    Verbraucher können ihre digitale Souveränität stärken, indem sie bewusst europäische Alternativen zu US-amerikanischen Diensten wählen, ihre Datenschutzeinstellungen überprüfen und sich über die Datenerhebung und -verarbeitung informieren. Auch die Unterstützung europäischer Technologieunternehmen ist ein wichtiger Schritt.

    Die digitale Souveränität ist ein komplexes Thema, das uns alle betrifft. Es ist wichtig, sich mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung auseinanderzusetzen und aktiv an der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas mitzuwirken.

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    Symbolbild: Digitale Souveränität (Bild: Pexels)
  • Streit Meinungsfreiheit Internet: Us-Portal Greift Europa an?

    Streit Meinungsfreiheit Internet: Us-Portal Greift Europa an?

    Der Streit Meinungsfreiheit Internet erfährt eine neue Wendung, da die US-Regierung offenbar plant, ein Portal zu lancieren, das europäische Internet-Regulierungen umgehen soll. Ziel ist es, Bürgern den Zugang zu Informationen zu ermöglichen, die in Europa möglicherweise zensiert oder eingeschränkt werden.

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    Symbolbild: Streit Meinungsfreiheit Internet (Bild: Picsum)

    Welche Pläne verfolgen die USA im Bereich der Meinungsfreiheit im Internet?

    Die Vereinigten Staaten planen, ein spezielles Portal zu schaffen, das es Nutzern ermöglichen soll, auf Inhalte zuzugreifen, die in Europa aufgrund strenger Regulierungen möglicherweise blockiert sind. Dieses Vorhaben zielt darauf ab, die freie Meinungsäußerung und den ungehinderten Informationsfluss im digitalen Raum zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Lauterbach WHO Chef? so Hoch Wäre Sein…)

    Die wichtigsten Fakten

    • US-Regierung plant Portal zur Umgehung europäischer Netzsperren.
    • Ziel ist der freie Zugang zu Informationen, die in Europa möglicherweise zensiert werden.
    • Europäische Regulierungen zur Bekämpfung von Desinformation und Hassrede stehen im Fokus.
    • Das Vorhaben könnte zu Spannungen zwischen den USA und der EU führen.

    Hintergrund des Streits um die Meinungsfreiheit im Internet

    Der Kern des Streits liegt in unterschiedlichen Auffassungen über die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Notwendigkeit der Regulierung von Online-Inhalten. Während die USA traditionell einen liberaleren Ansatz verfolgen, setzen europäische Regierungen verstärkt auf Gesetze, um Desinformation, Hassrede und andere schädliche Inhalte im Internet zu bekämpfen. Wie Bild berichtet, könnte das geplante US-Portal als Reaktion auf diese Entwicklungen gesehen werden.

    Europäische Internet-Regulierungen im Detail

    Die Europäische Union hat in den letzten Jahren eine Reihe von Gesetzen und Richtlinien erlassen, um den digitalen Raum sicherer und fairer zu gestalten. Dazu gehören unter anderem der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA). Der DSA verpflichtet Online-Plattformen, stärker gegen illegale Inhalte vorzugehen und transparenter zu agieren. Der DMA zielt darauf ab, die Marktmacht großer Technologieunternehmen einzuschränken und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Diese Regulierungen haben in den USA Besorgnis ausgelöst, da sie als Einschränkung der Meinungsfreiheit und als protektionistische Maßnahmen gegenüber US-amerikanischen Unternehmen wahrgenommen werden. Einen detaillierten Überblick über die Ziele des Digital Services Act bietet die Europäische Kommission. (Lesen Sie auch: Bundeswehr Leerflüge: Steuerzahler Empört über Verschwendung)

    📌 Hintergrund

    Der Digital Services Act (DSA) ist ein zentrales Element der europäischen Digitalstrategie. Er soll Nutzern mehr Kontrolle über ihre Online-Erfahrungen geben und Plattformen für ihre Inhalte zur Verantwortung ziehen.

    Die Rolle der USA im globalen Internet-Diskurs

    Die USA haben sich traditionell als Verfechter der freien Meinungsäußerung im Internet positioniert. Diese Haltung basiert auf dem First Amendment der US-Verfassung, das die freie Meinungsäußerung schützt. Die US-Regierung hat in der Vergangenheit mehrfach Bedenken gegen Internet-Zensur und -Regulierungen in anderen Ländern geäußert. Das geplante Portal könnte als Versuch gesehen werden, diese Prinzipien auch in Europa durchzusetzen. Kritiker werfen den USA jedoch vor, mit zweierlei Maß zu messen, da auch in den USA Gesetze zur Bekämpfung von Online-Inhalten existieren. (Lesen Sie auch: DB Cargo Stellenabbau: Bahn streicht 6200 Stellen!)

    Mögliche Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen den USA und der EU

    Das Vorhaben der US-Regierung könnte zu Spannungen im Verhältnis zwischen den USA und der EU führen. Die EU-Kommission hat bereits signalisiert, dass sie die Einhaltung der europäischen Gesetze erwartet und notfalls auch durchsetzen wird. Ein Konflikt zwischen den beiden Wirtschaftsräumen könnte sich negativ auf den transatlantischen Handel und die Zusammenarbeit in anderen Bereichen auswirken. Es bleibt abzuwarten, ob die USA und die EU einen Kompromiss finden können, der sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Notwendigkeit der Regulierung von Online-Inhalten berücksichtigt. Die Auswirkungen der unterschiedlichen Herangehensweisen auf die transatlantischen Beziehungen werden von Experten aufmerksam beobachtet, wie beispielsweise in einem Bericht des Council on Foreign Relations analysiert.

    Wie geht es weiter im Streit um die Meinungsfreiheit im Internet?

    Die Entwicklung des geplanten US-Portals und die Reaktion der EU-Kommission werden in den kommenden Monaten entscheidend sein. Es ist zu erwarten, dass die Frage der Meinungsfreiheit im Internet weiterhin ein zentrales Thema in den transatlantischen Beziehungen bleiben wird. Ein konstruktiver Dialog zwischen den USA und der EU ist notwendig, um eine gemeinsame Basis zu finden und die negativen Auswirkungen eines Konflikts zu minimieren. Es bleibt zu hoffen, dass beide Seiten bereit sind, Kompromisse einzugehen und die unterschiedlichen Perspektiven zu respektieren. (Lesen Sie auch: Mail von Martenstein – Liebe Tilda Swinton,)

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  • Digitale Unabhängigkeit Europa: Illusion oder Chance?

    Digitale Unabhängigkeit Europa: Illusion oder Chance?

    Die digitale Unabhängigkeit Europas bleibt ein ambitioniertes Ziel, angesichts der Dominanz US-amerikanischer Technologiekonzerne. Viele europäische Bürger und Unternehmen nutzen täglich Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen wie Google, Amazon oder Microsoft, was eine Abhängigkeit schafft.

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    Symbolbild: Digitale Unabhängigkeit Europa (Bild: Picsum)

    Das Wichtigste in Kürze

    • Europäische digitale Souveränität ist angesichts der Marktdominanz US-amerikanischer Konzerne eine Herausforderung.
    • Die Abhängigkeit von US-Technologie birgt Risiken in Bezug auf Datenschutz und geopolitische Einflüsse.
    • Initiativen zur Förderung europäischer Technologieunternehmen und Open-Source-Lösungen sind im Gange.
    • Eine Diversifizierung der Technologiequellen ist entscheidend, um die digitale Unabhängigkeit Europas zu stärken.

    Wie abhängig ist Europa wirklich von US-amerikanischer Technologie?

    Die Abhängigkeit ist umfassend. Ob es sich um Betriebssysteme auf Smartphones (Android von Google), Bürosoftware (Microsoft Office), Cloud-Dienste (Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud Platform) oder soziale Medien (Facebook, Instagram, X) handelt, US-amerikanische Unternehmen dominieren den Markt. Laut einer Studie von Bitkom nutzen über 90% der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste, wobei ein Großteil dieser Dienste von US-Anbietern bereitgestellt wird. Diese Konzentration birgt Risiken in Bezug auf Datenschutz, Datensicherheit und geopolitische Einflüsse.

    ⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:

    • Aktenzeichen: azon-Tochter
    📌 Hintergrund

    Die Europäische Union hat mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bereits einen wichtigen Schritt unternommen, um die Daten ihrer Bürger zu schützen. Die Durchsetzung der DSGVO gegenüber globalen Konzernen bleibt jedoch eine Herausforderung. (Lesen Sie auch: DLRG Nachwuchs: Über 200.000 Kinder Sind Jetzt…)

    Warum ist digitale Unabhängigkeit für Europa wichtig?

    Digitale Unabhängigkeit bedeutet, dass Europa in der Lage ist, seine eigenen technologischen Standards zu setzen, seine Daten zu schützen und seine digitale Wirtschaft zu gestalten, ohne übermäßigen Einfluss von außen. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig:

    • Datenschutz: Europäische Datenschutzstandards, wie die DSGVO, sind oft strenger als in den USA. Die Abhängigkeit von US-Technologie bedeutet, dass europäische Daten den US-amerikanischen Gesetzen unterliegen, was zu Konflikten führen kann.
    • Wirtschaftliche Souveränität: Eine starke europäische Technologieindustrie schafft Arbeitsplätze und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas.
    • Geopolitische Sicherheit: Die Kontrolle über kritische Infrastruktur und Datenströme ist entscheidend für die nationale Sicherheit. Eine zu große Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen kann Sicherheitsrisiken bergen.

    Welche Risiken birgt die Abhängigkeit von US-Technologie?

    Die Abhängigkeit von US-Technologie birgt eine Reihe von Risiken. Einer der größten ist der potenzielle Zugriff US-amerikanischer Behörden auf europäische Daten im Rahmen des Cloud Acts. Dieses Gesetz erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten, die auf Servern von US-Unternehmen gespeichert sind, unabhängig davon, wo sich diese Server befinden. Dies steht im Konflikt mit den europäischen Datenschutzbestimmungen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass US-Unternehmen ihre Marktmacht missbrauchen, um europäische Wettbewerber zu benachteiligen.

    Welche Initiativen gibt es zur Förderung der digitalen Unabhängigkeit Europas?

    Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten haben verschiedene Initiativen gestartet, um die digitale Unabhängigkeit Europas zu fördern. Dazu gehören:

    • Förderung europäischer Technologieunternehmen: Die EU investiert in Forschung und Entwicklung, um europäische Unternehmen in Schlüsselbereichen wie Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Cybersicherheit zu stärken.
    • Open-Source-Software: Die Förderung von Open-Source-Software soll die Abhängigkeit von proprietären Technologien verringern und die Transparenz und Sicherheit erhöhen.
    • GAIA-X: GAIA-X ist ein Projekt zur Schaffung einer europäischen Cloud-Infrastruktur, die auf europäischen Werten und Standards basiert. Ziel ist es, eine sichere und vertrauenswürdige Cloud-Umgebung für europäische Unternehmen und Behörden zu schaffen.
    • Europäischer Datenraum: Die EU plant die Schaffung eines europäischen Datenraums, der den Austausch von Daten zwischen Unternehmen und Behörden erleichtern und die Entwicklung neuer datengetriebener Geschäftsmodelle fördern soll.
    💡 Technischer Hintergrund

    Open-Source-Software zeichnet sich dadurch aus, dass der Quellcode öffentlich zugänglich ist. Dies ermöglicht es Nutzern, die Software anzupassen, zu verbessern und weiterzugeben. Bekannte Beispiele für Open-Source-Software sind Linux, Apache und Firefox. (Lesen Sie auch: Schießerei Rhode Island: Drei Tote bei Highschool-Spiel)

    So funktioniert es in der Praxis: Alternativen zu US-amerikanischen Diensten

    Für Endanwender und Unternehmen gibt es bereits heute zahlreiche Alternativen zu US-amerikanischen Diensten. Im Bereich Cloud-Speicher können beispielsweise Nextcloud oder ownCloud als Open-Source-Alternativen zu Dropbox oder Google Drive eingesetzt werden. Für E-Mail-Kommunikation bieten sich ProtonMail oder Tutanota an, die beide auf eine hohe Datensicherheit und Privatsphäre Wert legen. Im Bereich Bürosoftware gibt es LibreOffice als kostenlose und Open-Source-Alternative zu Microsoft Office. Die Nutzung von Suchmaschinen wie DuckDuckGo, die keine Nutzerdaten sammeln, kann ebenfalls einen Beitrag zur digitalen Unabhängigkeit leisten. Für Videokonferenzen gibt es Jitsi Meet als Open-Source-Alternative zu Zoom oder Microsoft Teams. Die gezielte Auswahl und Nutzung dieser Alternativen kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Diensten zu reduzieren und die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.

    PRODUKT Details
    Nextcloud Hersteller: Nextcloud GmbH, Preis: Kostenlos (Open Source), Verfügbarkeit: Selbst gehostet oder als Hosting-Service, Plattform: Web, Desktop, Mobile, Besonderheiten: Cloud-Speicher mit Fokus auf Datenschutz und Sicherheit.
    ProtonMail Hersteller: Proton Technologies AG, Preis: Kostenlos (eingeschränkt), kostenpflichtige Abos verfügbar, Verfügbarkeit: Web, Desktop, Mobile, Plattform: iOS, Android, Besonderheiten: Verschlüsselte E-Mail-Kommunikation mit Sitz in der Schweiz.
    LibreOffice Hersteller: The Document Foundation, Preis: Kostenlos (Open Source), Verfügbarkeit: Desktop, Plattform: Windows, macOS, Linux, Besonderheiten: Umfassende Bürosoftware-Suite als Alternative zu Microsoft Office.

    Vorteile und Nachteile der digitalen Unabhängigkeit Europas

    Die Förderung der digitalen Unabhängigkeit Europas bietet eine Reihe von Vorteilen, birgt aber auch einige Nachteile. Zu den Vorteilen gehören:

    • Erhöhter Datenschutz: Europäische Unternehmen unterliegen der DSGVO und bieten somit einen höheren Schutz der Nutzerdaten.
    • Gestärkte wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit: Eine starke europäische Technologieindustrie schafft Arbeitsplätze und fördert Innovationen.
    • Reduzierte geopolitische Risiken: Die geringere Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen verringert die Anfälligkeit für politische Einflussnahme und Cyberangriffe.

    Zu den Nachteilen gehören:

    Detailansicht: Digitale Unabhängigkeit Europa
    Symbolbild: Digitale Unabhängigkeit Europa (Bild: Picsum)
    • Höhere Kosten: Die Entwicklung und der Aufbau einer eigenen Technologieinfrastruktur erfordern erhebliche Investitionen.
    • Geringere Auswahl: Europäische Alternativen sind möglicherweise nicht in allen Bereichen verfügbar oder bieten nicht den gleichen Funktionsumfang wie US-amerikanische Produkte.
    • Langsamerer Fortschritt: Die Entwicklung eigener Technologien kann zeitaufwendiger sein als die Nutzung bereits vorhandener Lösungen.

    Es ist wichtig, eine ausgewogene Strategie zu verfolgen, die sowohl die Förderung europäischer Unternehmen als auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern berücksichtigt. Eine vollständige Abkopplung von US-amerikanischer Technologie ist weder realistisch noch wünschenswert. Stattdessen sollte Europa auf eine Diversifizierung seiner Technologiequellen und die Entwicklung eigener Stärken setzen. (Lesen Sie auch: Kalenderblatt 17 Februar: Was Geschah Wirklich an…)

    Wie Stern berichtet, ist der Umstieg auf Alternativen oft mit Aufwand verbunden, aber langfristig notwendig, um die digitale Souveränität zu gewährleisten. Patrick Roesing von Stern thematisierte die Problematik bereits im Ursprungsartikel.

    Fazit

    Die digitale Unabhängigkeit Europas ist ein langfristiges Ziel, das Engagement und Investitionen erfordert. Durch die Förderung europäischer Technologieunternehmen, die Unterstützung von Open-Source-Lösungen und die Schaffung einer sicheren und vertrauenswürdigen digitalen Infrastruktur kann Europa seine digitale Souveränität stärken und seine Zukunft gestalten. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen, eine starke und unabhängige digitale Wirtschaft zu entwickeln, sind es wert. Die Entwicklung von GAIA-X und dem europäischen Datenraum sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Initiativen in den kommenden Jahren entwickeln werden und welchen Beitrag sie zur digitalen Unabhängigkeit Europas leisten werden.

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    Symbolbild: Digitale Unabhängigkeit Europa (Bild: Picsum)