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  • Imbiss kaufen: Ablöse, Standort & Kosten im Blick

    Imbiss kaufen: Ablöse, Standort & Kosten im Blick

    Einen bestehenden Imbiss kaufen heißt: Sie übernehmen nicht nur eine Küche und ein paar Stehtische, sondern einen laufenden Betrieb mit Stammkundschaft, Standort und Ruf. Genau darin liegt die Chance – und das Risiko. Wer die Ablöse zahlt, ohne Standort, Zahlen und Vertrag geprüft zu haben, kauft im schlimmsten Fall einen Namen ohne Substanz. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es vor der Unterschrift ankommt.

    Kurz zusammengefasst
    Wer einen Imbiss kaufen will, zahlt meist eine Ablöse für Inventar, Kundenstamm und Standort – deren Höhe frei verhandelbar ist. Entscheidend sind Lage, geprüfte Umsatzzahlen und ein sauberer Übergabe- oder Pachtvertrag. Wer nur mieten möchte, umgeht die Ablöse, trägt aber das volle Gründungsrisiko selbst.

    Das Wichtigste im Überblick

    • Ablöse: frei verhandelbar, orientiert sich an Inventar, Umsatz und Standort – kein Fixpreis.
    • Standort schlägt alles: Laufkundschaft, Sichtbarkeit und Konkurrenz entscheiden über den Erfolg.
    • Zahlen prüfen: Lassen Sie sich betriebswirtschaftliche Auswertungen der letzten zwei bis drei Jahre zeigen.
    • Pachtvertrag lesen: Restlaufzeit, Miethöhe und Kündigungsfristen bestimmen den Wert mehr als das Inventar.
    • Genehmigungen: Gewerbeanmeldung, Gaststättenrecht und Hygienevorgaben gehen nicht automatisch auf Sie über.

    Imbiss kaufen oder mieten – was passt zu Ihnen?

    Beim Übernehmen eines Imbisses gibt es zwei Wege: Sie kaufen einen bestehenden Betrieb samt Ablöse, oder Sie mieten leere Gewerberäume und starten bei null. Der Kauf bringt Kundschaft, Einrichtung und einen eingeführten Namen – dafür zahlen Sie vorab. Wer stattdessen einen leeren Laden mietet, spart die Ablöse, muss aber Küche, Konzept und Stammkunden selbst aufbauen. Welcher Weg günstiger ist, hängt vom Zustand des Betriebs und Ihrem Budget ab.

    Die Suche nach „imbiss mieten» führt oft zu leeren Ladenflächen, während „imbiss kaufen» meist einen laufenden Betrieb mit Ablöse meint. Machen Sie sich diesen Unterschied vor der ersten Besichtigung klar – er verändert Verhandlung, Vertrag und Kalkulation grundlegend.

    Die Ablöse: Wofür Sie wirklich zahlen

    Die Ablöse ist der Betrag, den Sie dem Vorbesitzer für die Übergabe zahlen. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem materiellen Wert (Fritteusen, Kühltheken, Dönerspieß-Grill, Mobiliar) und dem ideellen Wert (Kundenstamm, Lage, eingeführter Name). Der materielle Teil lässt sich anhand von Alter und Zustand der Geräte gut schätzen. Der ideelle Teil ist Verhandlungssache – und hier zahlen Käufer am häufigsten zu viel.

    Verlangen Sie eine Inventarliste mit Anschaffungsjahr und lassen Sie sich Wartungsnachweise für Lüftung, Fettabscheider und Kühltechnik zeigen. Ein zehn Jahre alter Fettabscheider, der kurz vor dem Austausch steht, mindert den Wert erheblich. Auch wer einen Dönerladen kaufen möchte, sollte prüfen, ob Spieß-Grill und Abluftanlage den aktuellen Vorgaben entsprechen – Nachrüstungen gehen schnell in die Tausende.

    Standort prüfen: Der wichtigste Faktor

    Der Standort entscheidet über Erfolg oder Scheitern eines Imbisses stärker als das Konzept. Prüfen Sie Laufkundschaft zu verschiedenen Tageszeiten, die Nähe zu Büros, Schulen oder Bahnhöfen und die Sichtbarkeit von der Straße. Ein günstiger Betrieb in einer Nebenstraße ohne Frequenz ist teurer als ein teurer an einer Hauptkreuzung. Setzen Sie sich an mehreren Tagen gegenüber und zählen Sie selbst, wie viele Menschen vorbeikommen.

    Ebenso wichtig: die Konkurrenz im Umkreis. Drei Dönerbuden auf 200 Metern teilen sich denselben Kuchen. Über das Verzeichnis der Imbisse und Takeaways sehen Sie auf einen Blick, wie dicht der Markt vor Ort besetzt ist, und im Bereich Gastronomie und Hotellerie lässt sich das Umfeld weiter einordnen.

    Diese Kosten kommen beim Kauf auf Sie zu

    Neben der Ablöse fallen weitere Posten an, die viele Gründer unterschätzen. Kalkulieren Sie eine Kaution für den Pachtvertrag (oft zwei bis drei Monatsmieten), Kosten für die Umschreibung von Verträgen, eventuell Renovierung und Anpassung an Ihr Konzept sowie eine Liquiditätsreserve für die ersten Monate. Als Faustregel gilt: Rechnen Sie über die reine Ablöse hinaus mit einem deutlichen Puffer, bis der Betrieb unter Ihrer Führung trägt.

    Prüfen Sie außerdem laufende Fixkosten: Miete, Strom, Gas, Warenwirtschaft, Personal und Versicherungen. Lassen Sie sich diese Zahlen schriftlich geben und gleichen Sie sie mit den vorgelegten Umsätzen ab. Wer einen Imbiss kaufen will, sollte spätestens hier eine unabhängige Gründungsberatung einschalten – etwa über die örtliche IHK oder das Existenzgründungsportal des Bundes.

    Genehmigungen, Konzession und Hygiene

    Rechte und Genehmigungen gehen bei einer Übernahme nicht automatisch auf Sie über. Sie müssen ein Gewerbe anmelden, und je nach Angebot – besonders beim Ausschank von Alkohol – greift das Gaststättenrecht mit eigenen Anforderungen. Auch die lebensmittelrechtliche Registrierung beim Veterinäramt läuft auf Ihren Namen neu. Klären Sie vor dem Kauf, welche Erlaubnisse der bestehende Betrieb hat und welche Sie selbst beantragen müssen.

    Die Details regeln unter anderem das Gaststättengesetz und die Lebensmittelhygiene-Verordnung. Planen Sie außerdem eine Schulung nach dem Infektionsschutzgesetz für sich und Ihr Personal ein. Diese Formalien kosten Zeit – wer sie erst nach der Übernahme angeht, riskiert Betriebsschließungen in den ersten Wochen.

    Imbisswagen, Foodtruck oder feste Bude?

    Nicht jeder Imbiss braucht vier Wände. Wer flexibel bleiben will, kann statt eines festen Ladens einen Imbisswagen kaufen oder in einen Foodtruck investieren. Der Vorteil: kein langfristiger Pachtvertrag, freie Standortwahl auf Märkten und Festen, geringere Fixkosten. Der Nachteil: Sie brauchen Sondernutzungserlaubnisse für öffentliche Plätze, einen Stellplatz mit Stromanschluss und tragen das Wetterrisiko voll mit.

    Ein Foodtruck kaufen lohnt sich vor allem für ein klares Nischenkonzept, das von Standort zu Standort zieht. Ein fester Imbiss dagegen baut über Jahre Stammkundschaft an einem Ort auf. Beides hat seine Berechtigung – die Frage ist, ob Sie Frequenz suchen oder Reichweite.

    💡 Praxis-Tipp

    Lassen Sie sich vom Verkäufer eine Betriebsübergabe über zwei bis vier Wochen zusichern. In dieser Zeit lernen Sie Lieferanten, Abläufe und Stammkunden kennen – und sehen, ob die vorgelegten Zahlen zum echten Betrieb passen, bevor die letzte Rate der Ablöse fällig wird.

    Kaufen, mieten oder neu gründen im Vergleich

    Weg Vorteil Nachteil
    Bestehenden Betrieb kaufen Kundschaft, Einrichtung, eingeführter Name sofort da Ablöse vorab, Risiko überzahlter ideeller Werte
    Leere Fläche mieten Keine Ablöse, freies Konzept Aufbau bei null, volles Gründungsrisiko
    Imbisswagen / Foodtruck Flexibel, geringe Fixkosten, keine Pacht Standort-Erlaubnisse, Wetterrisiko

    Häufig gestellte Fragen

    Was kostet es, einen Imbiss zu übernehmen?

    Einen festen Preis gibt es nicht. Die Ablöse hängt von Inventar, Umsatz, Restlaufzeit des Pachtvertrags und vor allem vom Standort ab. Zwei äußerlich ähnliche Buden können sich im Preis vervielfachen, wenn eine an einer Hauptstraße liegt und die andere in einer Seitengasse. Lassen Sie den Betrieb im Zweifel unabhängig bewerten.

    Lohnt es sich eher, einen Imbiss zu mieten statt zu kaufen?

    Wer „imbiss mieten» sucht, spart die Ablöse und bleibt beim Konzept frei. Dafür entfällt der Vorteil einer bestehenden Kundschaft. Mieten lohnt sich, wenn Sie eine klare eigene Idee haben und die Aufbauphase finanziell überbrücken können. Kaufen lohnt sich, wenn Standort und Umsatz eines laufenden Betriebs überzeugen.

    Worauf muss ich beim Dönerladen achten?

    Wer einen Dönerladen kaufen möchte, sollte neben den üblichen Punkten die Abluft- und Grillanlage genau prüfen. Diese Technik ist wartungsintensiv und teuer im Austausch. Fragen Sie nach Wartungsnachweisen und klären Sie, ob die Anlage die aktuellen Brandschutz- und Hygienevorgaben erfüllt.

    Gehen Genehmigungen automatisch auf mich über?

    Nein. Gewerbeanmeldung, gaststättenrechtliche Erlaubnis und lebensmittelrechtliche Registrierung laufen auf den Betreiber. Bei einem Inhaberwechsel müssen Sie diese neu beantragen. Klären Sie das vor der Übernahme, damit der Betrieb nicht wegen fehlender Papiere stillsteht.

    Wie prüfe ich, ob die Umsätze echt sind?

    Verlangen Sie betriebswirtschaftliche Auswertungen und Steuerunterlagen der letzten zwei bis drei Jahre statt mündlicher Angaben. Gleichen Sie die Umsätze mit Wareneinkauf und Fixkosten ab. Eine Übergabephase im laufenden Betrieb zeigt zusätzlich, ob die Zahlen zum tatsächlichen Kundenaufkommen passen.

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    Fazit

    Einen Imbiss kaufen kann der schnellste Weg in die Selbständigkeit sein – vorausgesetzt, Sie zahlen für Substanz und nicht für Versprechen. Prüfen Sie Standort, Zahlen und Pachtvertrag mit derselben Sorgfalt wie die Ablöse selbst, und holen Sie sich bei Bedarf Gründungsberatung dazu. Wer nüchtern kalkuliert und die Übergabe im laufenden Betrieb erlebt, kauft keinen Namen, sondern einen funktionierenden Betrieb. Weitere Hilfestellungen finden Sie in unserem Ratgeber-Bereich und im Verzeichnis der Restaurants und Gastrobetriebe.